Raul Asencio von Real Madrid erlebte im Champions-League-Rückspiel gegen Benfica Lissabon einen schockierenden Zwischenfall. Nach einem Zusammenstoß mit seinem Mitspieler Eduardo Camavinga blieb der 23-Jährige auf dem Rasen liegen und musste auf einer Trage vom Spielfeld transportiert werden. Die Partie wurde für mehrere Minuten unterbrochen, um Asencio die notwendige medizinische Versorgung zukommen zu lassen. In der 77. Minute betrat David Alaba das Feld und ersetzte den verletzten Spieler.
Glücklicherweise vermeldete ein Krankenhausbericht, dass Asencios Verletzung nicht alarmierend oder schwerwiegend ist. Es handelt sich um eine Nackenverletzung, die weniger ernst erscheint als zunächst angenommen, was sowohl Fans als auch Teamkollegen hoffen lässt.
Hohe Belastung im Profi-Fußball
Die aktuelle Situation um Asencio wirft ein Schlaglicht auf die allgemeine Verletzungsproblematik im Spitzensport. Viele Spieler sehen sich einer enormen Belastung ausgesetzt, die häufig zu ernsthaften Verletzungen führt. Ein Beispiel ist der FC Bayern München, der kürzlich gleich zwei bittere Verletzungsnachrichten erhielt: Alphonso Davies mit einem Kreuzbandriss und Dayot Upamecano mit einem Meniskusriss fallen für den Rest der Saison aus. Sportdirektor Christoph Freund kritisierte in diesem Zusammenhang den kanadischen Verband für „fahrlässiges und unprofessionelles“ Verhalten.
Die Überbelastung im Profi-Fußball wird von vielen Fachleuten als ein Hauptfaktor für die steigenden Verletzungszahlen angesehen. Spieler wie Rodri von Manchester City ziehen sogar einen möglichen Streik in Betracht, um auf die hohen körperlichen Anforderungen aufmerksam zu machen. In der Bundesliga ist ein alarmierender Anstieg der Verletzungszahlen festzustellen. Die durchschnittliche Anzahl an Verletzungen pro Mannschaft ist von 31 in der Saison 2020/21 auf 43 in der Saison 2023/24 gestiegen, was einem Anstieg von 38,7 Prozent entspricht.
Ein besorgniserregender Trend
Diese Entwicklungen sind besonders kritisch, da die Spiele im modernen Fußball schneller und athletischer geworden sind. Verletzungen, insbesondere an Oberschenkel und Unterschenkel, sind häufiger geworden, was die Spieler vor immense Herausforderungen stellt. Zu den Faktoren, die diese Problematik verstärken, zählen auch Reisestress und Schlafmangel. Spieler wie Min-jae Kim und Julian Alvarez haben während dieser Saison enorme Reisekilometer zurückgelegt.
Prof. Dr. Florian Pfab warnt vor den gesundheitlichen Folgen dieser hohen Reisetätigkeit und des Schlafmangels. Im Durchschnitt verpassten FC-Bayern-Spieler 23,4 Prozent der möglichen Einsätze, wobei Muskel-, Bänder- und Gelenkverletzungen hauptsächlich verantwortlich sind. Die bevorstehende Klub-Weltmeisterschaft, die für viele Nationalspieler mit nur zwölf Tagen Pause verbunden ist, birgt zusätzliche Risiken und erhöht den Druck auf die Spieler.
Die Situation rund um Raul Asencio ist nicht nur ein Einzelfall, sondern trifft ein größeres Problem im modernen Fußball, das dringend angegangen werden muss. Mit der laufenden Diskussion über die Gesundheit und das Wohlergehen der Athleten bleibt zu hoffen, dass in Zukunft Maßnahmen ergriffen werden, um die Belastungen zu reduzieren und die Spieler besser zu schützen.