Am 24. Februar 2026 veröffentlichten das Ludwig Boltzmann Institut für Lungengesundheit, unterstützt vom Wiener Gesundheitsverbund sowie der Sigmund Freud Medizinische Privatuniversität Wien, die Ergebnisse der LEAD-Studie (Lung, hEalth, sociAl, boDy). Die Studie zeigt einen klaren Wandel im Nikotinkonsum in Österreich. Der klassische Zigarettenkonsum zeigt zwar einen leichten Rückgang, bleibt jedoch im europäischen Vergleich weiterhin hoch. Gerade jüngere Menschen wenden sich vermehrt neuen Nikotinprodukten zu, was besorgniserregende Entwicklungen nach sich zieht, wie presse.wien.gv.at berichtet.

Über 15.000 Teilnehmer*innen im Alter von 6 bis 82 Jahren wurden in der Studie erfasst. Der Einstieg in den Nikotinkonsum findet in der Regel bereits im Alter von 15 Jahren statt. Aktuelle Zahlen zeigen, dass rund 7 % der Jugendlichen rauchen, während der Konsum von E-Zigaretten, Vapes und anderen Produkten immer mehr in den Vordergrund rückt. Es besteht ein besorgniserregender Trend, dass immer mehr junge Menschen parallel verschiedene Nikotinprodukte konsumieren, was das Risiko einer Abhängigkeit erhöht.

Gesundheitsrisiken durch Nikotinkonsum

Die LEAD-Studie hebt hervor, dass Rauchverhalten eine der größten vermeidbaren Gesundheitsgefahren in Österreich darstellt. Nikotinkonsum geht häufig mit gesundheitlichen Problemen einher, darunter schlechte Lungenfunktion, Atemwegserkrankungen, COPD sowie Herz-Kreislauf-Belastungen. Psychische Belastungen werden ebenfalls als Folge des Konsums angesprochen. Die Studie betont, dass ein Rauchstopp die Gesundheit erheblich verbessert, unabhängig vom Alter, und sofortige positive Effekte auf Lungen- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen hat.

Zusätzlich wird darauf hingewiesen, dass der Verzicht auf Nikotin auch den Therapieverlauf nach einer Krebsdiagnose signifikant verbessern kann. Daher empfiehlt die Studie eine frühzeitige Aufklärung über die Gesundheitsrisiken von Nikotinprodukten, um der Entwicklung einer Nikotinabhängigkeit entgegenzuwirken.

Aktuelle Konsumtrends und gesetzliche Maßnahmen

Ein weitaus kritischer Aspekt sind die steigenden Konsumzahlen von Nikotinprodukten, insbesondere bei Jugendlichen. Während der Zigarettenkonsum seit 2002 bei Jugendlichen halbiert wurde, rauchen immer noch 4-6 % der 15-Jährigen. Zudem sind Nikotinbeutel sowie E-Zigaretten beliebter denn je; zwischen 2015 und 2020 verdoppelte sich der Konsum von E-Zigaretten, während er von 2020 bis 2022 sogar mehr als verdreifacht wurde. Dies führt zu jährlich 1.500 stationären Aufnahmen wegen Nikotinvergiftungen – eine alarmierende Zahl, die zeigt, dass die gesundheitlichen Risiken weiterhin bestehen und dringend angegangen werden müssen, wie ifgp.at dokumentiert.

Die Industrie bleibt aktiv, entwickelt Produkte, die oft nicht unter bestehende gesetzliche Regelungen fallen. Die vorherige Regierung konnte sich nicht auf notwendige gesetzliche Maßnahmen und Strategien zur Regulierung von Tabak- und Nikotinprodukten einigen. Aktuell wird die Novelle des Tabak- und Nichtraucherschutzgesetzes (TNRSG) umgesetzt, und es wird an weiteren Themen wie dem Raucherverbot auf Kinderspielplätzen sowie tabakfreien Nikotinersatztherapien gearbeitet.

Die Hoffnung auf umfassenden Nichtraucherschutz und gesetzliche Regelungen, um den Tabak- und Nikotinkonsum zu reduzieren, bleibt bestehen. Jährlich sterben rund 8.500 Menschen in Österreich an Folgen des Rauchens, was 10 % aller Todesfälle ausmacht und den dringenden Handlungsbedarf unterstreicht. Bei den geschätzten 1,6 Millionen Rauchenden in Österreich rauchen 24 % der Männer und 18 % der Frauen, was zeigt, dass umfassende Aufklärung und Prävention weiterhin erforderlich sind.