Am 25. Februar 2026 berichtete die Polizei über die Klärung eines Raubüberfalls auf einen 17-Jährigen in Althofen, der Anfang Dezember 2025 stattgefunden hatte. Der Vorfall ereignete sich am 1. Dezember 2025 gegen 20:30 Uhr in einer Wohnsiedlung, wo das Opfer zu einem Treffen überredet wurde und in einen Hinterhalt geriet. Zwei maskierte Männer, bewaffnet mit Baseballschlägern, griffen ihn an und forderten Bargeld sowie sein Mobiltelefon. Das Opfer setzte sich zwar zur Wehr, gab jedoch eine geringe Menge Bargeld ab und konnte schließlich fliehen. Der Verletzte wurde nach einer Erstversorgung ins Krankenhaus Friesach eingeliefert.

Die initiale Fahndung der Polizei, die mit mehreren Einheiten und einem Hubschrauber durchgeführt wurde, blieb zunächst erfolglos. Doch durch intensive Ermittlungen konnten schließlich drei tatverdächtige Jugendliche ermittelt werden, die alle geständig sind. Es handelt sich um eine 17-jährige Russin aus Klagenfurt, die als Lockvogel fungierte, einen 18-jährigen Iraker und einen 18-jährigen Österreicher, beide ebenfalls aus Klagenfurt beziehungsweise dem Bezirk St. Veit an der Glan. Alle drei Beschuldigten werden bei der Staatsanwaltschaft Klagenfurt angezeigt.

Hintergründe der Jugendkriminalität

Der Fall in Althofen steht nicht alleine da. Aktuelle Berichte zeigen, dass in Europa zunehmend Jugendliche für schwere Straftaten rekrutiert werden, auch in Deutschland. Ein Beispiel ist ein Vorfall in Hamburg, in dem ein 15-jähriger Junge auf einen anderen geschossen wurde. Experten warnen, dass Jugendliche oft leichter zu beeinflussen sind, insbesondere wenn sie familiäre oder finanzielle Probleme haben. In vielen Fällen erfolgt die Rekrutierung über soziale Netzwerke, wo kriminelle Angebote verlockend erscheinen.

Die Kriminalstatistik von 2024 bestätigt einen Anstieg von Gewalttaten unter Jugendlichen, allerdings bleiben viele Hintergründe in den Einzelfällen unbekannt. Es ist bekannt, dass Jugendliche im Vergleich zu Erwachsenen geringere Strafen erhalten, was potenzielle Täter ermutigen könnte. Kriminologen und Ermittler fordern daher dringend Maßnahmen zur Prävention, um gefährdete Jugendliche vor der Rekrutierung für kriminelle Aktivitäten zu schützen.

Maßnahmen und Reaktionen

Europol hat bereits eine Taskforce gegründet, die sich gegen die Rekrutierung Minderjähriger richtet und plant Kooperationen mit Online-Plattformen, um kriminelle Aktivitäten besser zu identifizieren und zu verhindern. Plattformen wie Snapchat und TikTok betonen ihre Verantwortung, um strafbare Inhalte zu entfernen, während gleichzeitig der Verbleib von Rekrutierungsversuchen in der digitalen Welt ein ungelöstes Problem bleibt.

Die Bundesregierung plant unterdessen eine umfassende Studie zur Kinder- und Jugendkriminalität, mit dem Ziel, gesetzgeberische Handlungsoptionen zu entwickeln und damit präventive Maßnahmen zu ergreifen, die Jugendlichen helfen sollen, gewaltsame Konflikte zu vermeiden und nicht in kriminelle Strukturen abzugleiten. Die komplexen Zusammenhänge zwischen Jugendkriminalität, sozialen Bedingungen und den Einflüssen des digitalen Raums erfordern ein gemeinsames Handeln von Gesellschaft, Politik und Sicherheitsbehörden, um gewaltfreien Werdegang für Jugendliche zu fördern.

Abschließend bleibt festzuhalten, dass der Überfall in Althofen nicht nur ein spezifischer Kriminalfall ist, sondern Teil eines größeren, beunruhigenden Trends in Europa, der die Notwendigkeit verstärkter Präventionsmaßnahmen und sozialer Unterstützung für Jugendliche unterstreicht. Klick Kärnten Tagesschau Bpb