Die Sicherheit von Radfahrenden ist ein zentrales Thema, das in den letzten Jahren zunehmend in den Fokus gerückt ist. Laut dem ÖAMTC gab es im Jahr 2025 insgesamt 65 tödliche Fahrradunfälle in Österreich. ÖAMTC-Verkehrstechniker David Nosé fordert dringend Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit im Radverkehr, basierend auf fundierten Unfallforschungen. Die Diskussion über Themen wie niedrigere Tempolimits oder eine Kennzeichenpflicht werden als wenig zielführend erachtet.

Von den 65 tödlichen Unfällen ereigneten sich 35 im Ortsgebiet und 29 im Freiland, was eine relativ ausgewogene Verteilung zeigt. Hauptursachen für diese Unfälle sind alleinige Stürze und Kollisionen an Kreuzungen. Besonders alarmierend ist die Tatsache, dass in 43 Prozent der Fälle eine Vorrangverletzung die Hauptunfallursache darstellt, was im Vergleich zum Vorjahr eine Verdreifachung darstellt.

Analyse der Unfallursachen

Die komplexe Unfallstatistik zeigt, dass Unachtsamkeit, Fehleinschätzungen und mangelnde Routine dominierende Faktoren sind. Rund zwei Drittel der tödlichen Rad- und E-Bike-Unfälle sind auf Eigenverschulden zurückzuführen. Der ÖAMTC empfiehlt daher einen Ausbau der Fahrradinfrastruktur sowie eine Verbesserung des Fahrkönnens durch spezielle Kurse. Auch verstärkte Kontrollen durch die Exekutive, insbesondere in Bezug auf Alkohol und Drogen, sind unerlässlich, um die Sicherheit im Radverkehr zu erhöhen.

Eine separate Analyse von Radunfällen auf Landstraßen in Deutschland durch die Unfallforschung der Versicherer ergab, dass im Jahr 2023 auf diesen Straßen 189 Radfahrende getötet und 2.996 schwer verletzt wurden. Diese Zahlen machen etwa 42 Prozent aller tödlichen und 21 Prozent der schwerverletzten Radfahrenden in Deutschland aus. Die Unfallzahlen stagnieren seit 2018 auf einem hohen Niveau, mit Ausnahme der Jahre 2020 und 2022 während der COVID-19-Pandemie.

Besondere Gefahrenstellen

Die Studie identifizierte auch, dass Knotenpunkte wie Kreuzungen und Einmündungen besonders unfallträchtig sind, wobei sie etwa 68 Prozent der schweren Radunfälle ausmachen. Tödliche Unfälle werden häufig von den Radfahrenden selbst verursacht, vor allem aufgrund fehlender Sicherheitsmaßnahmen. Häufige Probleme sind fehlende Radwege, Sichthindernisse und hohe Geschwindigkeitslimits, die an gefährlichen Knotenpunkten herrschen.

Ziel der Studie ist es, Sicherheitsdefizite zu identifizieren und Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit zu empfehlen. Diese beinhalten unter anderem die Schaffung sicherer Überquerungsmöglichkeiten für Radfahrende sowie die Sensibilisierung von Auto- und Radfahrenden durch gezielte Kampagnen. udv.de

Statistische Trends

Die Situation ist auch im Hinblick auf die bundesweiten Statistiken besorgniserregend. Im Jahr 2024 starben 441 Radfahrer im Straßenverkehr, 33 weniger als im Jahr 2023, jedoch ein Anstieg im Zehnjahresvergleich. Besonders auffällig ist, dass 70,7 Prozent der Fahrradunfälle mit Personenschaden Kollisionen mit Autos waren. In diesen Fällen trugen Autofahrer in 75,3 Prozent die Hauptschuld. Unter den Toten waren 43,5 Prozent der verunglückten Radfahrer E-Bike-Nutzer, was fast fünfmal so viel ist wie vor zehn Jahren.tagesschau.de

Besonders gefährdet sind ältere Menschen – fast zwei Drittel der tödlich verletzten Radfahrer waren 65 Jahre oder älter. Der Anteil der verunglückten Senioren lag bei 59,4 Prozent für Fahrräder ohne elektrischen Antrieb und bei 68,8 Prozent für E-Bikes.

Die aktuellen Entwicklungen und die steigenden Unfallzahlen verdeutlichen, dass sowohl gesetzgeberische Maßnahmen als auch ein Umdenken im Verhalten aller Verkehrsteilnehmer notwendig sind, um die Sicherheit im Radverkehr nachhaltig zu erhöhen.