Österreichs Nationaltrainer Ralf Rangnick stellt sich der Herausforderung, die Erwartungen für das Jahr der Fußball-Weltmeisterschaft nicht zu überbewerten. Nach einem spannenden Testspiel gegen Ghana, das mit einem 3:1-Sieg endete, betont Rangnick: „Ich rechne nicht mit einem hohen Sieg, aber wir wollen das Spiel ähnlich angehen.“ Rund 30.000 Tickets für das anstehende Testspiel gegen Südkorea wurden bereits verkauft, was die hohe Zuschauerinteresse unterstreicht. Beim ersten Spiel gegen Ghana waren sogar 40.200 Fans im Stadion, darunter viele Kinder, was Rangnick besonders erfreute. Er hebt hervor, dass die kindliche Spielfreude, die er sich von seinem Team wünscht, in der zweiten Halbzeit sichtbar war.
Rangnick lobte die Leistungssteigerung im zweiten Durchgang, während er die erste Halbzeit als „zäh“ beschrieb. In dieser Phase konnten einige Schlüsselspieler wie Xaver Schlager, Konrad Laimer, David Alaba und Maximilian Wöber nicht spielen. Schlager hat leichte Knieprobleme, und Laimer kämpft mit Beschwerden nach einer Adduktorenblessur. Rangnick stellt klar, dass kein Risiko eingegangen wird, vor allem nicht im Hinblick auf die WM, wo Schlager eine wichtige Rolle spielen soll und Alaba ebenfalls geschont wird. Man wolle ihn nicht gefährden, da Real Madrid bedeutende Spiele vor der WM hat.
Vorbereitung auf die WM
Das Spiel gegen Ghana dient zudem als Vorbereitung auf den bevorstehenden WM-Gruppengegner Algerien. „Ein knapper Sieg gegen Algerien wäre für mich vollkommen in Ordnung“, äußert Rangnick. Österreich konnte in den letzten zwölf Heimspielen ungeschlagen bleiben, was einen Rekord für das ÖFB-Team darstellt. Bei der Rückkehr des Teams von Marbella, wo die Trainingsziele erfolgreich umgesetzt wurden, macht Rangnick jedoch deutlich, dass die WM auf neutralem Boden eine ganz neue Herausforderung darstellt.
Die sportliche Zukunft von Ralf Rangnick beim österreichischen Nationalteam bleibt indes ungewiss. Es wird erwartet, dass eine Entscheidung über eine mögliche Vertragsverlängerung frühestens im April fallen könnte. ÖFB-Sportdirektor Peter Schöttel zeigt sich optimistisch und führt Gespräche mit Aufsichtsratschef Josef Pröll. Rangnick, seit Mai 2022 im Amt, hat betont, dass „kein übermäßiger Zeitdruck“ besteht. Beide Seiten haben jedoch Interesse an Klarheit vor der WM, die erstmals seit 28 Jahren für Österreich stattfindet.
Politische Herausforderungen und Kaderplanung
Die WM in den USA, Mexiko und Kanada erfährt zudem politische Verwerfungen, die die Teilnahme des Iran betreffen. Schöttel spricht von einer schwierigen Situation und erwähnt laufende Diskussionen über mögliche WM-Boykotte. Pröll hat bereits die Linie des ÖFB zu diesen Boykotten kommuniziert und betont, dass der Fokus auf den Dingen liegen sollte, die man beeinflussen kann. In der aktuellen Zeit wird auch der große Kader mit neuen Spielern, die sich zeigen wollen, von Schöttel hervorgehoben.
Insgesamt ist die Generalprobe gegen Südkorea entscheidend für Rangnick und seine Mannschaft. Während die Augen auf die WM gerichtet sind, bleibt die Entwicklung und Stabilität des Teams von größter Bedeutung.



