Am 3. Februar 2026 wurde der Prozessbeginn gegen den 93-jährigen Frank Stronach wegen Missbrauchsvorwürfen auf Donnerstag verschoben. Laut vienna.at beantragte Stronachs Verteidigerin einen Aufschub, um neue Unterlagen zu sichten, was von Richterin Anne Molloy genehmigt wurde. Stronach sieht sich in diesem Jahr zwei Prozessen gegenüber, während insgesamt dreizehn Frauen gegen ihn Vorwürfe erheben.
Die Anschuldigungen, die bis in die 1970er-Jahre zurückreichen, beinhalten versuchte Vergewaltigung seit 1977 sowie weitere Vorwürfe von sexuellen Übergriffen und Vergewaltigungen in den 1980er, 1990er und frühen 2000er Jahren. Während einige Vorfälle in Toronto stattfanden, ereigneten sich andere in Aurora, dem Hauptsitz von Magna International, dem von Stronach gegründeten Konzern, der in der Auto-Industrie bekannt ist.
Schwere Vorwürfe und Unschuldsvermutung
Stronach weist die Vorwürfe zurück und bekennt sich nicht schuldig. Während die rechtlichen Auseinandersetzungen weitergehen, gilt für ihn die Unschuldsvermutung. Auffällig ist, dass einige der Vorwürfe, die eine hohe Schweregrade aufweisen, auch im Frühjahr 2023 erneut zur Sprache kamen.
Die Debatte über sexualisierte Gewalt ist in den letzten Jahren zunehmend in den Vordergrund gerückt. Der Begriff umfasst verschiedene übergriffige Verhaltensweisen, von verbaler sexueller Belästigung bis zu schweren Straftaten wie Vergewaltigung, die unter anderem in § 177 des deutschen Strafgesetzbuches geregelt sind. Laut bpb.de ist die Mehrheit der Betroffenen von Sexualkriminalität weiblich, während die Täter meist männlich sind, häufig im Alter von 20 bis 40 Jahren.
Ein weiterer besorgniserregender Aspekt ist der Anstieg der Fallzahlen bei Vergewaltigungen und sexuellen Nötigungen seit 2017, insbesondere seit 2022. Trotz der Zunahme an Berichten ist das Dunkelfeld bei Sexualstraftaten nach wie vor groß, da viele Opfer aus Scham, Angst vor dem Täter oder aufgrund von Zweifeln an der Erfolgsaussicht polizeilicher Ermittlungen keine Anzeige erstatten.
Gesellschaftliche Auswirkungen und Hilfsangebote
Die gesellschaftlichen Strukturen, in denen sexuelle Übergriffe häufig stattfinden, reichen von privaten und häuslichen Kontexten bis hin zu beruflichen Umgebungen. Dies unterstreicht die Notwendigkeit, frühzeitig Respekt vor sexueller Selbstbestimmung zu vermitteln und Präventionsmaßnahmen zu stärken. Hilfsangebote für Betroffene sexueller Gewalt sind zwar verfügbar, jedoch bleibt die Anzeigebereitschaft in vielen Fällen eine Herausforderung.
Das Verfahren gegen Stronach ist symbolisch für einen gesamtgesellschaftlichen Wandel im Umgang mit sexualisierter Gewalt. Es verdeutlicht, wie wichtig es ist, sowohl die rechtlichen Rahmenbedingungen zu stärken als auch das Bewusstsein für das Thema zu schärfen.