Prinzessin Eugenie hat nach sieben Jahren ihre Rolle als Schirmherrin der Menschenrechtsorganisation „Anti-Slavery International“ beendet. Diese Entscheidung wurde von der Organisation gegenüber dem „Observer“ bestätigt. Eugenie hat sich in der Vergangenheit stark gegen moderne Sklaverei und Menschenhandel engagiert und wird dafür gelobt. Ein offizielles Statement zu ihrem Rücktritt liegt bislang nicht vor. Das Ausscheiden fällt in eine heikle Phase für die britische Königsfamilie, da ihr Vater, Prinz Andrew, wegen Fehlverhaltens im öffentlichen Amt unter Druck steht. Andrew wird vorgeworfen, vertrauliche Informationen im Zusammenhang mit Jeffrey Epstein weitergegeben zu haben, was er jedoch zurückweist.

Die „Anti-Slavery International“, die 1839 in London gegründet wurde, ist die älteste Menschenrechtsorganisation der Welt. Dank der Bemühungen ihrer Schirmherrin, Eugenie, wurde das Bewusstsein für die Probleme von rund 50 Millionen Menschen, die schätzungsweise weltweit unter moderner Ausbeutung leiden, geschärft. Besonders besorgniserregend ist die Zunahme dieser Opfer, die insbesondere in den letzten Jahren durch globale Krisen, Klimawandel sowie Konflikte verstärkt wurde. Die Organisation bedankte sich bei Eugenie und äußerte den Wunsch, dass sie sich weiterhin gegen die Sklaverei einsetzt.

Der Rücktritt und seine Hintergründe

Eugenies Rücktritt steht im Zusammenhang mit den Vorwürfen gegen ihren Vater, die durch die sogenannten Epstein-Akten ans Licht kamen. In diesen Akten wird Andrew mehrfach erwähnt. Auch wenn keiner der Familienangehörigen – Eugenie, ihre Schwester Beatrice oder ihre Mutter Sarah Ferguson – in strafrechtliche Ermittlungen verwickelt ist, war der Druck auf die Familie enorm. Eugenie selbst äußerte sich bislang nicht öffentlich zu den Epstein-Vorwürfen. Ihr Profil wurde inzwischen von der Webseite der Organisation entfernt.

Eugenie war seit dem 18. Oktober 2019 Schirmherrin der Organisation und hatte in dieser Zeit bedeutende Beiträge geleistet. Neben ihrer Rolle bei „Anti-Slavery International“ ist sie auch Direktorin der Kunstgalerie Hauser & Wirth und hat 2017 die Wohltätigkeitsorganisation „Anti-Slavery Collective“ gegründet. Trotz dieser Erfolge tritt sie gemeinsam mit ihrer Schwester Beatrice seit den Ermittlungen seltener in der Öffentlichkeit auf.

Globale Situation der modernen Sklaverei

Laut dem aktuellen Global Slavery Index leben derzeit weltweit etwa 50 Millionen Menschen in moderner Sklaverei, was einem Anstieg von 10 Millionen innerhalb der letzten fünf Jahre entspricht. Die Zunahme wird unter anderem den globalen Krisen angelastet, die viele Menschen zur „ungeplanten Migration“ zwingen. Die Länder mit der höchsten Prävalenz moderner Sklaverei sind Nordkorea, Eritrea, Mauretanien und Saudi-Arabien.

Die Situation wird durch vorherrschende wirtschaftliche und soziale Probleme, auch bedingt durch die Corona-Pandemie, weiter verschärft. Die G20-Staaten sind für die Hälfte aller Opfer moderner Sklaverei verantwortlich, insbesondere durch ihre Lieferketten. Die Zahlen zeigen, wie dringend Maßnahmen zur Bekämpfung von Ausbeutung notwendig sind, insbesondere in den Ländern mit den größten Problemen.

Das Ausscheiden von Prinzessin Eugenie aus einer bedeutenden Rolle in der Menschenrechtsarbeit stellt nicht nur einen persönlichen Wendepunkt dar, sondern hebt auch die schwierige Situation der britischen Royals hervor und verdeutlicht die Auswirkungen internationaler Skandale auf individuelle Engagements und Organisationen.