Am 5. März 2026 kostete Diesel in Österreich mehr als Benzin. Dies ist ein zentrales Anliegen von Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP), der eine Prüfung der Preissteigerungen bei Treibstoffen in Auftrag gegeben hat. Erste Ergebnisse dieser Untersuchung sollen bis Ende März 2026 vorliegen, nachdem bereits Ende Jänner eine Sonderprüfung angekündigt wurde. Hattmannsdorfer reagiert damit auf die anhaltenden Preisschwankungen, die die Bevölkerung stark belasten.
Wie vienna.at berichtet, wird der Treibstoffmarkt regelmäßig untersucht, unter anderem durch die Preiskommission und die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB). Laut dem BWB-Bericht von 2022 ist der Preisanstieg an den Tankstellen überwiegend auf gestiegene internationale Preisnotierungen für Diesel und Benzin zurückzuführen. Seit Beginn des Ukraine-Kriegs sind die Gewinnmargen bei Raffinerien und Tankstellen deutlich gestiegen.
Steueranteil und Preise
Die Durchschnittspreise am 5. März 2026 betrugen 1,829 Euro pro Liter Diesel und 1,689 Euro pro Liter Superbenzin. Von diesen Beträgen fließen rund die Hälfte des Spritpreises ins Budget, was unter anderem durch höhere Umsatzsteuereinnahmen geschieht. Diesel wird mit 46 Prozent besteuert, während Benzin einer Besteuerung von 53 Prozent unterliegt.
Zusätzlich hat der CO2-Preis, der am 1. Jänner 2026 anstieg, Einfluss auf die Treibstoffpreise. Die Einführung dieses Preises führte zu einer Erhöhung der Kosten für fossile Brennstoffe wie Öl und Gas, wobei Diesel und Benzin um bis zu drei Cent teurer wurden, was einen Anteil von knapp 20 Cent pro Liter ausmacht. Diese Einnahmen fließen in den Klima- und Transformationsfonds zur Finanzierung klimafreundlicher Technologien. Laut tagesschau.de zeigen Verbraucher geringere Preissensibilität hinsichtlich der CO2-Abgabe, da die Heizölpreise im Jahr 2025 zwischen 85 und 100 Cent pro Liter lagen.
Forderungen und Mobilität
Mobilitätsclubs haben außerdem Maßnahmen zur Reduktion der Erdölabhängigkeit gefordert. Im internationalen Vergleich zeigt sich, dass in Dänemark 2022 bereits 67 Prozent der Neuwagen Elektroautos waren, in Österreich hingegen lediglich 21 Prozent. Der ARBÖ fordert ebenfalls eine Aussetzung der CO2-Bepreisung und die Halbierung der Mehrwertsteuer auf Treibstoff auf 10 Prozent, um die finanzielle Belastung der Autofahrer zu mindern.
Ein spritsparender Fahrstil kann den Verbrauch um 15 bis 20 Prozent reduzieren, wenn beispielsweise die Geschwindigkeit auf 110 Stundenkilometer statt 130 gesenkt wird. Laut Berichten könnte dies im Schnitt den Kraftstoffverbrauch um 16 Prozent senken und bei 100 km/h sogar um 23 Prozent. Diese Maßnahmen sollen nicht nur der Portokasse der Autofahrer zugutekommen, sondern auch zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes beitragen.