Das Projekt zur Erneuerung der 220-kV-Stromleitung zwischen Lienz in Tirol und Italien nimmt konkrete Formen an. Am 20. Februar 2026 wurde der positive Bescheid zur Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) erlassen, der viereinhalb Monate nach der mündlichen Verhandlung im vergangenen Herbst veröffentlicht wurde. Gerhard Christiner, Vorstandssprecher der Austrian Power Grid (APG), bezeichnete diesen Bescheid als einen wesentlichen Meilenstein für die Versorgungssicherheit und den Ausbau erneuerbarer Energien in der Region. Die bauliche Umsetzung soll von 2027 bis 2031 erfolgen, mit einer geplanten Inbetriebnahme der neuen Leitung im Jahr 2031. Die Investitionssumme beträgt rund 280 Millionen Euro, wobei das Projekt Teil eines größeren österreichweiten Investitionspakets von rund neun Milliarden Euro bis 2034 ist, das auf Netzaus- und -umbau abzielt.
Die Erneuerung umfasst den Austausch der bestehenden Leiterseile durch moderne 2er-Bündel, die nicht nur die Übertragungsleistung erhöhen, sondern auch das störende Korona-Geräusch reduzieren sollen. Die neue Trasse wird größtenteils auf der bestehenden Route verlaufen. Dennoch wurden einige Anpassungen vorgenommen, um Abstände zu Siedlungen und Umweltschutzaspekte zu berücksichtigen. 121 neue Masten sind geplant, davon 107 in Tirol und 14 in Kärnten, wobei die mastspezifischen Eigenschaften höher und schlanker als die bisherigen sein sollen. Die gesamte Trassenlänge beträgt 35 Kilometer, wobei 30,7 Kilometer in Tirol und 4,3 Kilometer in Kärnten verlaufen.
Wichtige Gemeinden der Trasse
- Nußdorf-Debant
- Lienz
- Tristach
- Amlach
- Leisach
- Assling
- Untertilliach
- Obertilliach
- Lesachtal
Während die Bauarbeiten voranschreiten, wird die alte Leitung demontiert werden, was ebenfalls Auswirkungen auf die umliegenden Gemeinden hat. Die Diskussion über die genaue Positionierung der neuen Masten führt zu unterschiedlichen Meinungen, insbesondere zwischen Bauern und Umweltschützern.
Das „Südverbindung Lienz“-Projekt ist bereits das siebte positive UVP-Verfahren, das von APG genehmigt wurde. In den letzten Jahren zeichnen sich immer mehr positive Bescheide für Projekte in der Energiewirtschaft ab, die einen essentiellen Beitrag zum Ausbau der Netzinfrastruktur leisten. Die Bedeutung effektiver Genehmigungsverfahren ist nicht zu unterschätzen, da sie direkt den Ausbau erneuerbarer Energien und damit auch die langfristige Energieversorgung sichern.
Die Effizienz der Genehmigungsverfahren hat sich in den letzten Jahren als zentrales Thema entwickelt, da sie entscheidend für den Fortschritt in der Windkraft, Wasserkraft und der Netzinfrastruktur ist. Mit jährlich rund 20 UVPs zeigt sich, dass ein Drittel dieser Verfahren im Sektor der Energiewirtschaft angesiedelt ist. So machen energiewirtschaftliche Projekte in den letzten Jahren sogar die Hälfte aller UVPs aus. Diese Entwicklungen spiegeln den immer größer werdenden Stellenwert erneuerbarer Energien wider und unterstreichen die Notwendigkeit einer zeitgerechten Planung und Umsetzung solcher Projekte.
Für weitere Informationen zu diesem Thema können Sie die Berichte von Dolomitenstadt, oe24 und KONTEXT Institut besuchen.