Portugal hat im Jänner 2026 einen beeindruckenden Rekordwert bei der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien erzielt, was das Land auf den zweiten Platz in Europa katapultierte. Laut der portugiesischen Vereinigung für erneuerbare Energien (APREN) wurden zwischen dem 1. und 31. Jänner 4.420 Gigawattstunden (GWh) Strom aus erneuerbaren Quellen erzeugt. Die Gesamtstromproduktion erreichte mit 5.479 GWh den höchsten Wert seit April 2025, was auf einen markanten Anstieg der Kapazitäten im Energiesektor hinweist.
Mit einem Anteil von 80,7 Prozent an der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien übertraf Portugal die Werte vieler anderer europäischer Länder. Nur Norwegen mit 96,3 Prozent und Dänemark mit 78,8 Prozent waren besser platziert. Vor diesem jüngsten Erfolg rangierte Portugal meist auf dem vierten Platz, was die Fortschritte in der Nutzung erneuerbarer Energien unterstreicht.
Erneuerbare Energien im Detail
Die Stromproduktion in Portugal wird wesentlich von Wasserkraft, Windenergie und Solarenergie bestimmt. Im Jänner lieferte Wasserkraft 36,8 Prozent der Stromproduktion, gefolgt von Windenergie mit 35,2 Prozent und Solarenergie, die einen Anteil von 4,4 Prozent ausmachte. Die ständige Entwicklung in diesen Bereichen, insbesondere die Erweiterung von Wind- und Solarinstallationen, wird als zentral für die Zukunft der kohlenstoffarmen Energieversorgung des Landes betrachtet. Im Jahr 2025 stammten bereits mehr als zwei Drittel der Elektrizität aus kohlenstoffarmen Quellen, wobei Wasserkraft fast ein Drittel und Windkraft etwa ein Viertel der Gesamterzeugung ausmachten.
Die Einführung von Kernenergie wird als zukünftige Option zur weiteren Erhöhung der kohlenstoffarmen Elektrizitätserzeugung in Portugal betrachtet. Zudem gibt es besorgniserregende Anzeichen eines Rückgangs beim Elektrizitätsverbrauch, trotz des aufgezeichneten Anstiegs bei der erneuerbaren Stromproduktion. Der Pro-Kopf-Verbrauch von Elektrizität lag im Jahr 2025 bei 5.588 kWh, was einen Rückgang von 243 kWh seit 2016 darstellt.
Einfluss von Wetterereignissen
Die extreme Wetterlage im Jänner, einschließlich mehrerer Tiefdruckgebiete, führte zwar zu Sachschäden und Stromausfällen, begünstigte jedoch gleichzeitig die hohe Wasser- und Windstromproduktion. Insgesamt machten Netto-Importe rund 16 Prozent der Elektrizitätsversorgung aus, während der Verbrauch um 8,3 Prozent auf Rekordniveau anstieg. In dieser Zeit konnten 210 Stunden verzeichnet werden, in denen die erneuerbare Stromproduktion den gesamten nationalen Verbrauch deckte. Dies führte zu geschätzten Einsparungen von 703 Millionen Euro im Vergleich zur Stromproduktion aus Erdgaskraftwerken.
Zusammengefasst zeigt der jüngste Fortschritt in der portugiesischen Energieproduktion einen Schritt in Richtung einer nachhaltigeren und diversifizierten Strategie zur Stärkung der kohlenstoffarmen Energieversorgung. Die fortgesetzte Entwicklung und Nutzung sauberer Technologien wird dabei als entscheidend für die Zukunft des Energiesektors angesehen. Für detaillierte Statistiken und weitere Informationen über den Energiebereich in Europa, können Interessierte die Eurostat Webseite besuchen.