Die Pollensaison hat Allergiker in diesem Jahr mit einem abrupten Start überrascht, so berichten Fachleute. Für das Jahr 2026 rechnen Experten mit hohen Pollenkonzentrationen, beginnend mit der Blüte der Esche zwischen Mitte und Ende März sowie einer intensiveren Birkenblüte in der zweiten Märzhälfte. Nach einem vergleichsweise schwächeren Jahr 2025 wird in diesem Jahr mit einer höheren Pollenproduktion gerechnet. Dies wird durch eine Vielzahl von Faktoren beeinflusst, darunter auch der Klimawandel, der die Blühzeiten verschiebt und die Dauer sowie Intensität der Blüte verlängert. Die Pollenfreie Zeit in Österreich schmilzt auf oft nur wenige Wochen im Jahr, berichtet die Kleine Zeitung.
Hohe Pollenbelastung bedeutet nicht zwangsläufig starke Beschwerden. Ein langsamer Anstieg der Belastung kann dem Körper ermöglichen, sich besser anzupassen. Jedoch verstärken Luftschadstoffe, wie etwa Saharastaub, die Symptome und erhöhen das Risiko für allergische Reaktionen. Die Gräserblüte wird in der Regel Anfang Mai erwartet und die Schilfblüte könnte im Spätsommer insbesondere rund um den Neusiedler See und in Kärnten zu weiteren Belastungen führen. Auch die Blüte von Beifuß und Ambrosia im Spätherbst kann erhöhte Allergene freisetzen.
Ein alarmierendes Gesundheitsthema
Allergische Erkrankungen erreichen mittlerweile ein epidemisches Ausmaß, wobei Inhalationsallergien besonders verbreitet sind. Laut dem RKI spielen Umweltfaktoren eine wesentliche Rolle in der Entstehung dieser Krankheiten. Der Klimawandel beeinflusst direkt das Auftreten, die Häufigkeit und die Schwere allergischer Erkrankungen, was auch neue Pollenallergene zur Folge hat. Die zunehmende Exposition gegenüber Pollen kann die Immunabwehr insbesondere bei Allergikern beeinträchtigen.
Ein weiteres besorgniserregendes Phänomen ist das sogenannte Gewitterasthma, das durch Luftschadstoffe und plötzliche Wetterwechsel verursacht wird. Die Auswirkungen des Klimawandels auf Allergien sind vielfältig und erfordern dringend Handlungsbedarf in Bereichen wie Pollenmonitoring, Allergie- und Sensibilisierungsmonitoring sowie in der nachhaltigen Stadtplanung, wobei allergikerfreundliche Pflanzen bei Neupflanzungen berücksichtigt werden sollten. Aktuell erhalten neun von zehn Allergikern keine adäquate Behandlung, was besonders alarmierend ist, da viele erst nach bis zu 15 Jahren eine gezielte Therapie erhalten.
Bildungsangebote für Fachkräfte
Um das Wissen über die Zusammenhänge zwischen Klimawandel und Allergien zu vertiefen, wird ein CME-Kurs von der Bayerischen Landesärztekammer angeboten. Dieser Kurs ist mit zwei Punkten in Kategorie I zertifiziert und befasst sich mit den gesundheitlichen Auswirkungen des Klimawandels, insbesondere im Hinblick auf Allergien und deren Behandlung. Die PMC hebt hervor, dass häufig falsche Informationen über die Auswirkungen des Klimawandels zirkulieren. Daher ist eine fundierte Weiterbildung für medizinische Fachkräfte dringend erforderlich, um den Herausforderungen der Klimaveränderungen im Allergiebereich gerecht zu werden.
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass der Klimawandel einen entscheidenden Einfluss auf die Häufigkeit und Intensität von Allergien hat. Dies betrifft nicht nur die betroffenen Individuals, sondern erfordert auch Maßnahmen auf politischer und städtischer Ebene, um die Lebensqualität für Allergiker zu verbessern und die gesundheitlichen Risiken zu minimieren.