Am Donnerstag, den 12. März 2026, begann ein zweitägiger Pilotenstreik bei der Lufthansa, der bereits jetzt massive Auswirkungen auf den Flugverkehr hat. Laut oe24 und BR sind vor allem die Drehkreuze in Frankfurt und München stark betroffen. Die Gewerkschaft „Vereinigung Cockpit“ hat mehr als 5.000 Piloten der Lufthansa, Lufthansa Cargo und Lufthansa Cityline zum Streik aufgerufen.
Wie die Gewerkschaft berichtet, erwarten die Beteiligten rund 300 Flugausfälle pro Tag. Besonders betroffen sind viele Kurz- und Mittelstreckenflüge, während auf der Langstrecke immerhin 60 Prozent der geplanten Verbindungen stattfinden sollen. An beiden Streiktagen haben die Verantwortlichen von Lufthansa zugesichert, dass mindestens die Hälfte der Flüge durchgeführt wird.
Hintergrund der Streiks
Die Ursache für die Arbeitsniederlegung sind ergebnislose Tarifverhandlungen, die sich insbesondere um die Anhebung der Gehälter und die Verbesserung der Betriebsrenten drehen. Beschäftigte der betroffenen Gesellschaften hatten sich zuvor in einer Urabstimmung für Streiks ausgesprochen. Tagesschau berichtet, dass bereits am 12. Februar eine erste Streikwelle zu mehr als 800 ausgefallenen Flügen und 100.000 betroffenen Passagieren führte.
Die Lufthansa reagiert auf die aktuelle Situation, indem sie größere Flugzeuge einsetzt und Flüge von nicht bestreikten Konzernairlines durchführen lässt. Auch freiwillige Crews sollen zum Einsatz kommen, um die Auswirkungen für die Reisenden möglichst zu minimieren. Betroffene Gäste werden aktiv per E-Mail über Änderungen informiert.
Flüge ins Krisengebiet ausgenommen
Für alle Flüge in das Krisengebiet Nahost, einschließlich Ziele wie Ägypten, Israel, und Saudi-Arabien, gelten keine Einschränkungen durch den Streik. BR und oe24 stellen klar, dass die direkten Verbindungen dorthin nicht betroffen sind, um die Verbindung zu wichtiger Infrastruktur in der Region aufrechtzuerhalten.
Inmitten dieser Spannungen bezeichnete Michael Niggemann, Personalvorstand der Lufthansa, den Streik als „unnötige Eskalation“. Die Verhandlungen um die Gehälter und das Betriebsrentensystem sind nach Angabe der Lufthansa ins Stocken geraten, da kein akzeptables Angebot vorliegt.
Die Gewerkschaft fordert für die Jahre 2024, 2025 und 2026 jährliche Vergütungsanpassungen von 3,3 Prozent. Ein erstes Angebot der Lufthansa wurde jedoch abgelehnt, da es eine Friedenspflicht bis Ende 2027 beinhaltete, was die Verhandlungen weiter kompliziert. Es bleibt abzuwarten, wie beide Seiten auf die aktuelle Lage reagieren werden und ob es in naher Zukunft zu einer Einigung kommen kann.