Am 31. Jänner 2026 wird ein markanter Anstieg der Zahl der Pflegegeldbezieher verzeichnet. Laut der Kleine Zeitung überschritt die Anzahl der Pflegegeldbezieher erstmals die Marke von 500.000 im Mai 2022 und ist bis zum Dezember 2022 auf 504.505 gestiegen. Der demografische Wandel und die steigende Lebenserwartung der Bevölkerung tragen dazu bei, dass dieses Phänomen anhaltend ist.
Von den 504.505 Pflegegeldbeziehern sind 308.101 Frauen und 196.404 Männer. Dies entspricht einem Frauenanteil von 61,1 Prozent und einem Männeranteil von 38,9 Prozent. Die Aufteilung nach Pflegegrad zeigt eine Vielzahl von Bedürfnissen: 29,5% der Pflegebedürftigen gehören der Stufe 1 an, während 20,5% in Stufe 2 eingestuft sind.
Pflegegeldanpassung
Mit Wirkung zum 1. Jänner 2026 wird das Pflegegeld um 2,7% angehoben, ein Schritt, der parallel zu den Anpassungen bei den Pensionen erfolgt. Sozialministerin Korinna Schumann hebt die Bedeutung dieser Anpassungen hervor, trotz der Herausforderungen, die budgetäre Sparmaßnahmen mit sich bringen. Die neuen Pflegegeldbeträge lauten wie folgt:
| Pflegestufe | Neuer Betrag | Alter Betrag |
|---|---|---|
| 1 | 206,20 Euro | 200,80 Euro |
| 2 | 380,30 Euro | 370,30 Euro |
| 3 | 592,60 Euro | 577,00 Euro |
| 4 | 888,50 Euro | 865,10 Euro |
| 5 | 1.206,90 Euro | 1.175,20 Euro |
| 6 | 1.685,40 Euro | 1.641,10 Euro |
| 7 | 2.214,80 Euro | 2.156,60 Euro |
Pflegebedürftigkeit in Deutschland
Der Trend zur Zunahme der Pflegebedürftigkeit zeigt sich auch in Deutschland. Wie die Destatis berichtet, stieg die Anzahl der Pflegebedürftigen von 2,02 Millionen im Dezember 1999 auf 5,69 Millionen im Dezember 2023. Der steigende Bedarf an Pflege wird auch durch die Tatsache untermauert, dass über 80% der Pflegebedürftigen zu Hause versorgt werden.
Das Risiko, pflegebedürftig zu werden, steigt mit dem Alter: Bei den 70- bis 74-Jährigen liegt die Quote bei etwa 11%, während sie bei den über 90-Jährigen 87% erreicht. Die Prognosen deuten darauf hin, dass diese Tendenz in den kommenden Jahren anhalten wird, was eine zunehmende Herausforderung für das Gesundheitssystem darstellt.
Zusätzlich analysiert der „Report Pflegebedürftigkeit 2025“ des Medizinischen Dienstes die Entwicklung der Pflegebedürftigkeit in Deutschland. Die Zahl der Menschen, die 2024 Leistungen aus der sozialen Pflegeversicherung erhielten, lag bei 5,6 Millionen, mehr als doppelt so viele wie im Jahr 2014. Der Bericht hebt hervor, dass der Anstieg durch den demografischen Wandel sowie durch die Pflegereform 2017 verursacht wurde, die auch psychische und kognitive Beeinträchtigungen besser berücksichtigt.
Zusammengefasst zeigt sich, dass sowohl in Österreich als auch in Deutschland die Herausforderungen der Pflegebedürftigkeit zunehmend an Bedeutung gewinnen. Die Anpassungen der Pflegegelder und die steigenden Zahlen an Pflegebedürftigen stellen dabei zentrale Themen dar.