Ein Team von Forschern hat neue Erkenntnisse über die Kommunikationsweise von Pferden gewonnen, insbesondere über ihre charakteristischen Wiehertöne. Laut einem Bericht der Kleinen Zeitung stammt der tiefe Klanganteil im Wiehern von den Schwingungen der Stimmlippen im Kehlkopf der Tiere. Diese Erkenntnisse wurden durch Experimente im Schalllabor erzielt, wo die Kehlköpfe von sechs Pferden, die aus einem französischen Schlachthaus stammen, untersucht wurden.
Die Forscher, Tecumseh Fitch von der Universität Wien und Elodie Briefer von der Universität Kopenhagen, setzten die gefrorenen Kehlköpfe einem Luftstrom aus, um die typischen Frequenzen des Wiehern zu reproduzieren. Besonders interessant war der Einfluss von Helium auf die hohe Frequenzkomponente: Während die tiefen Frequenzen unverändert blieben, führte Helium zu einer Erhöhung der hohen Töne. Diese Ergebnisse könnten neue Einblicke in die akustischen Eigenschaften des Pferdekehlkopfs ermöglichen.
Körpersprache als zentrale Kommunikationsform
Pferde sind nicht nur für ihr Wiehern bekannt. Laut einem Artikel von ClipMyHorse kommunizieren sie vor allem auch über Körpersprache. Dazu gehören Gestik, Mimik und Körperhaltung. In der Herde regeln nonverbale Signale wie Blickkontakt und Körpersprache die Rangordnung und das soziale Miteinander.
Wichtige Körpersprache-Signale sind dabei die Stellung der Ohren, die viel über die Gefühlslage des Pferdes aussagen kann. Drahtige Ohren zeugen von Interesse, während angelegte Ohren vor Gefahren oder Dominanzverhalten warnen. Ein bewusstes Verständnis dieser Signale ist entscheidend für die Pflege einer harmonischen Beziehung zwischen Mensch und Pferd.
Emotionen und Schmerzsignale
Emotionale Zustände werden bei Pferden auch durch Gesichtsausdrücke sowie Haltungsänderungen vermittelt. Laut Pferdekumpel zeigen Pferde über 17 verschiedene Gesichtsausdrücke, die Freude, Angst, Schmerz oder Stress widerspiegeln können. Bei Schmerzen kann beispielsweise das Schmerzdreieck in der Mimik des Pferdes auf Veränderungen hinweisen.
Die Haltungsänderung des Kopfes oder des Halses kann auch die Stimmung des Tieres anzeigen: Ein gesenkter Kopf zeigt Entspannung, während ein hoch aufgerichteter Kopf Alarmbereitschaft signalisiert. Die Bewegungen der Beine sind ebenfalls bedeutend, etwa durch Scharren für Ungeduld oder Anheben von Hufen zur Anzeige von Entspannung. Missverständnisse in der Körpersprache können, wie berichtet, zu Konflikten führen. Ein sensibler Umgang mit der Körpersprache ist für die Vertrauensbildung unerlässlich.
Zusammenfassend zeigen die neuen Erkenntnisse, dass Pferde über ein komplexes System der Kommunikation verfügen, das sowohl akustische als auch visuelle Elemente umfasst. Das Verständnis dieser Signale kann nicht nur die Beziehung zwischen Mensch und Pferd vertiefen, sondern auch dazu beitragen, Missverständnisse zu vermeiden und das Wohlbefinden der Tiere zu fördern.