Die Paralympischen Winterspiele 2026, die vom 6. bis 15. März in Mailand und Cortina d’Ampezzo stattfinden, stehen im Schatten politischer Spannungen. Sechs Länder, darunter die Ukraine, Tschechien, Finnland, Polen, Estland und Lettland, haben angekündigt, die Eröffnungsfeier in Verona zu boykottieren. Diese Entscheidung ist hauptsächlich auf die Teilnahme von sechs russischen und vier belarussischen Athleten zurückzuführen, die für Kontroversen sorgen. Laut Laola1 wird auch der EU-Sportkommissar Glenn Micallef nicht an der Eröffnungszeremonie teilnehmen.

Während das kanadische Paralympische Komitee (CPC) angekündigt hat, dass keine kanadischen Athleten an der Eröffnungsfeier teilnehmen werden, betont es, dass dies kein Boykott ist. Die kanadischen Athleten möchten sich auf ihre Wettkämpfe konzentrieren. Dennoch zeigen sie Solidarität mit dem ukrainischen Volk. Die Anwesenheit wichtiger Persönlichkeiten wie des italienischen Präsidenten Sergio Mattarella und des slowakischen Präsidenten Peter Pellegrini wird hingegen erwartet.

Änderungen im Ablauf der Feier

In Anbetracht der geopolitischen Lage wird die Eröffnungsfeier in einem anderen Rahmen stattfinden als üblich. Statt eines Galadiners wird ein einfacher Cocktail-Empfang organisiert, was die Ernsthaftigkeit der Situation unterstreicht. Das Österreichische Paralympische Committee (ÖPC) wird 19 Athleten nach Italien entsenden, die in verschiedenen Sportarten antreten. Das Team umfasst 15 Athleten und 4 Guides, die in den Disziplinen Para-Ski alpin, Para-Biathlon, Para-Langlauf und Para-Snowboard aktiv sein werden.

Die kommende Sportveranstaltung wirft auch einen Blick in die Zukunft der paralympischen Bewegungen. Die nächste bedeutende Veranstaltung sind die Paralympischen Spiele in Paris, die vom 28. August bis 8. September 2024 stattfinden. Über 4.400 Para-Athletinnen und -Athleten aus mehr als 180 Nationen werden in 22 Sportarten teilnehmen. Deutschland sendet 143 Athletinnen und Athleten und strebt eine Top-Ten-Platzierung im Medaillenspiegel an, mit dem Ziel, mindestens 13 Goldmedaillen zu gewinnen, wie Deutschlandfunk berichtet.

Wettkampforte und Herausforderungen

Die Wettkämpfe in Paris finden an mehreren ikonischen Orten wie dem Garten des Château de Versailles statt. Allerdings gibt es Bedenken hinsichtlich der Barrierefreiheit des öffentlichen Nahverkehrs in der Stadt. Trotz einer Investition von 1,5 Milliarden Euro in den Ausbau der Barrierefreiheit sind die Fortschritte langsam. Die Herausforderung besteht darin, den Para-Athleten eine adäquate Mobilität zu gewährleisten, besonders in der Metro.

Die Diskussion um die Teilnahme von Athleten aus Russland und Belarus wird ebenfalls fortgesetzt. Insgesamt sind 89 Athleten aus diesen Ländern für die kommenden Spiele zugelassen, sie treten jedoch als neutrale Athleten an, unter der Bedingung, dass sie den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine nicht unterstützen. Friedhelm Julius Beucher, Präsident des Deutschen Behindertensportverbands, hat Bedenken hinsichtlich der Klassifizierungssysteme geäußert, die im Rahmen der Wettkämpfe zur Anwendung kommen. Diese Systeme werden wegen ihrer Intransparenz und Komplexität kritisiert.