Veronika Aigner und Elina Stary haben bei den Paralympics in Cortina d’Ampezzo, Italien, sensationelle Erfolge im Slalom der sehbeeinträchtigen Athleten erzielt. Aigner gewann ihre vierte Goldmedaille und wird als die „Königin von Cortina“ bezeichnet, während Stary gleichzeitig ihre erste paralympische Silbermedaille erlangte, nachdem sie in den letzten Wettbewerben dreimal den dritten Platz belegt hatte. Die Bronze-Medaille ging an die Slowakin Alexandra Rexova, die sich auf das Podium kämpfte.
Die österreichische Athletin Aigner setzte sich im Wettkampf mit ihrem Guide Eric Digruber durch und beendete den Slalom 4,04 Sekunden vor Stary und ihrem Partner Stefan Winter. Aigner, die aus Niederösterreich stammt, hat sich in der Welt des Behindertensports als äußerst talentiert erwiesen. Bereits im Januar 2025 sicherte sie sich beim Para-Ski-Weltcup in Feldberg im Hochschwarzwald alle drei Slalom-Rennen in der Sehbehinderten-Wertung und stellte dort mit Ausnahme eines Laufs den Bestwert auf.
Erfolge und Engagement im Sport
Veronika Aigner, die mit ihrer Schwester und Guide Elisabeth Aigner während der Wettkämpfe antrat, ist seit Oktober 2023 als Verwaltungskraft beim Einsatzkommando Cobra tätig. Ihre Schwester Elisabeth ist seit September 2020 im Spitzensportkader des Bundesministeriums für Inneres und absolviert derzeit die polizeiliche Grundausbildung im Bildungszentrum Graz.
Die Paralympics, die seit 1960 alle vier Jahre stattfinden, haben sich als drittgrößtes Sportereignis der Welt etabliert. Ihre Ursprünge gehen auf die „Stoke Mandeville Games“ zurück, die 1948 erstmals stattfanden. Sir Ludwig Guttmann, ein jüdischer Arzt, der vor den Nazis nach England flüchtete, war maßgeblich an der Gründung dieser Spiele beteiligt, um das sportliche Potenzial von Menschen mit Behinderungen zu fördern.
Paralympics in der Gegenwart
Die Winter-Paralympics, die 1976 in Örnsköldsvik zum ersten Mal ausgetragen wurden, sind heute ein bedeutender Teil der internationalen Sportlandschaft. Bei der vergangenen Veranstaltung in Tokio 2021 traten 4400 Athleten aus rund 162 Nationen an, während in Paris 2024 rund 4400 Sportler in 22 Sportarten um Medaillen ein Wettbewerbsfeld bilden werden. Deutschland steht in der Geschichte der paralympischen Winterspiele an der Spitze des Medaillenspiegels mit 364 gewonnenen Medaillen, gefolgt von Norwegen und den USA.
Das Internationale Paralympische Komitee (IPC), gegründet 1989 und nun in Bonn ansässig, besteht aus über 200 Mitgliedsnationen und fördert seit Jahren den Sport für Menschen mit Behinderungen. Der Deutsche Behindertensportverband (DBS) ist ein aktives Mitglied des IPC und trägt zur Entwicklung des Behindertensports in Deutschland bei.
Die Erfolge von Aigner und Stary verdeutlichen nicht nur die persönliche Leistung der Athleten, sondern auch das gestiegene gesellschaftliche Bewusstsein und die Unterstützung für Sportler mit Behinderungen weltweit. Diese Ereignisse zeigen eindrucksvoll, wie der Sport Menschen zusammenbringt und gegenseitiges Verständnis fördert.
Veronika Aigner und Elina Stary sind mit ihren herausragenden Leistungen nicht nur Inspiration für viele, sondern auch ein Beweis für den unermüdlichen Einsatz und die Hingabe, die das Teamwork im Behindertensport auszeichnet.



