Eine aktuelle Analyse des exxpress.at zeigt, dass der ORF im Jahr 2025 insgesamt neun Millionen Euro für Eigenwerbung ausgegeben hat. Diese Summe ist Teil des gesetzlichen Transparenzberichts, der gemäß § 7a Abs. 11 des ORF-Gesetzes veröffentlicht wird. Während viele Unternehmen und Haushalte in einer schwierigen finanziellen Lage sind, setzt der ORF weiterhin auf umfangreiche PR-Maßnahmen, wie etwa die Investitionen in den Nachwuchsliteraturpreis, der mit 258.000 Euro zu Buche schlägt und in Zusammenarbeit mit der Tageszeitung „Der Standard“ durchgeführt wird.
Kritiker bemängeln, dass solche Ausgaben auf einen unseriösen Umgang mit Finanzmitteln hindeuten, insbesondere in Zeiten, in denen der ORF gleichzeitig mit einem Sparpaket von 325 Millionen Euro bis 2026 konfrontiert ist. Die öffentliche Diskussion über die hohen Ausgaben für Eigenwerbung steht im Widerspruch zu den finanziellen Herausforderungen, die zahlreiche Haushalte bewältigen müssen.
Eingeschränkte Transparenz bei Gehältern
Im selben Transparenzbericht wird auch auf die Gehälter der Mitarbeiter eingegangen. Der ORF ist als einziges öffentliches Unternehmen verpflichtet, die Jahresgehälter von Angestellten, die mehr als 170.000 Euro verdienen, offenzulegen. Dies betrifft aktuell 71 Personen, was einen Anstieg um 13 im Vergleich zum Vorjahr bedeutet, wie orf.at berichtet. Der Anstieg resultiert aus der Nicht-Valorisierung der gesetzlichen Grenze für namentliche Veröffentlichungen.
Der Fokus auf das Gehaltsgefüge wird verstärkt, da der ORF im Vorjahr 20 Millionen Euro im Personalbereich einsparen konnte. Trotz der Einsparungen bleibt die Diskussion über die Gehaltshöhen brisant, insbesondere da weniger als zwei Prozent der ORF-Belegschaft von dieser Offenlegung betroffen sind. Besonders hervorzuheben ist Pius Strobl, der mit einem Bruttojahresgehalt von 469.000 Euro als Top-Verdiener führt.
Sparmaßnahmen und politische Debatten
Während die Gehaltsstruktur und die hohen Bezüge immer wieder in den Fokus der Kritik geraden, plant der ORF bis 2026 umfassende Sparmaßnahmen. Der monatliche ORF-Beitrag von 15,30 Euro pro Haushalt bleibt bis 2029 eingefroren, was dem Rundfunkanstalt etwa 220 Millionen Euro entgehen lässt. Weitere 100 Millionen Euro Einsparungen sind notwendig, um die Einnahmen durch den ORF-Beitrag unter der gesetzlichen Obergrenze von 710 Millionen Euro zu halten.
Inmitten dieser Spannungen fordert der Medienminister Andreas Babler (SPÖ) von der ORF-Führung, Maßnahmen gegen die Spitzengehälter zu ergreifen. Babler kritisiert das Missverhältnis zwischen den hohen Gehältern und den gleichzeitig diskutierten Leistungskürzungen für die Zuschauer. Auch die politischen Parteien äußern sich zu diesen Themen. So betont der ÖVP-Generalsekretär Nico Marchetti, dass beim ORF Sparpotenziale vorhanden seien und die richtigen Prioritäten gesetzt werden müssten.
Die Diskussion um die Gehälter und die Haushaltsabgabe wird weiterhin anhalten und könnte mögliche politische Debatten über die Zukunft des ORF maßgeblich beeinflussen. Wie fhm-online.de berichtet, ist die Verantwortung im Umgang mit den Gebührengeldern ein zentrales Anliegen des ORF, der sich trotz der Herausforderungen um einen strengen Sparkurs bemüht.






