Oracle plant für 2026 die Aufnahme von 45 bis 50 Milliarden Dollar (37,75 bis 41,95 Milliarden Euro) aus Fremd- und Eigenkapital, um die KI-Cloud-Infrastruktur des Unternehmens erheblich auszubauen. Die Finanzierung wird durch eine Mischung aus Anleihen und Aktien erfolgen, um die steigende Nachfrage von Großkunden wie AMD, Meta, Nvidia, TikTok, xAI und OpenAI zu bedienen. Investoren zeigen sich jedoch besorgt, da die Schulden des Unternehmens anwachsen und der Erfolg zunehmend vom nicht profitablen KI-Unternehmen OpenAI abhängt.

Wie marketscreener.com berichtet, wurde Oracle kürzlich von Anleihegläubigern verklagt. Diese Anleger machen das Unternehmen dafür verantwortlich, dass es den Bedarf für zusätzliche Schulden zur Finanzierung seiner KI-Strategie nicht offengelegt hat. Die Sammelklage wurde im New Yorker Staatsgericht in Manhattan eingereicht und betrifft Investoren, die am 25. September vorrangige Schuldverschreibungen und Anleihen im Wert von 18 Milliarden US-Dollar erworben haben, nach einem fünfjährigen Vertrag über 300 Milliarden US-Dollar mit OpenAI.

Die Klage und ihre Hintergründe

Die Anleihegläubiger berichteten von einem Wertverlust ihrer Schuldtitel und höheren Renditen, die das wahrgenommene Kreditrisiko widerspiegeln. Oracle hatte Ende November etwa 108 Milliarden US-Dollar an ausstehenden Schuldverschreibungen und Verbindlichkeiten. Die Kläger behaupten, dass die im Zusammenhang mit den Angeboten getätigten Aussagen irreführend waren, da Oracle bereits zusätzliche Kredite geplant hatte. Unter den Angeklagten sind auch Larry Ellison, Safra Catz, Maria Smith und 16 Konsortialbanken.

In Anbetracht dieser Situation sind die Aktien von Oracle am Nachmittagshandel an der New Yorker Börse um 5% gefallen. Die Finanzierungsstrategie des Unternehmens steht unter Beobachtung, insbesondere da die Kosten für die Versicherung von Oracles Schulden gegen einen Ausfall im Dezember auf den höchsten Stand seit mindestens fünf Jahren gestiegen sind.

Der Kontext des KI-Booms

Der Boom im Bereich der KI-Infrastruktur, beschleunigt durch Kerninvestitionen von Tech-Giganten wie Oracle, Microsoft, Google und Amazon, wird als historisches Ereignis für die Kapitalmärkte angesehen. Laut dasinvestment.com könnten die jährlichen Investitionsausgaben dieser Unternehmen bis 2030 über 530 Milliarden US-Dollar betragen, wobei kumulierte Investitionen für KI-Infrastruktur zwischen 2025 und 2030 fast 5,8 Billionen US-Dollar erreichen könnten. Diese massive Finanzierungsnotwendigkeit bringt neue Herausforderungen und Chancen für Anleiheinvestoren mit sich.

Der Ausbau der KI-Infrastruktur erfordert innovative Finanzierungsstrategien, einschließlich alternative Finanzierungsstrukturen wie traditionelle Unternehmensanleihen, Verbriefungen und Joint Ventures. Anleiheinvestoren stehen vor Risiken wie Zahlungsfinanzierungsrisiken, technologische Überalterung und Ungewissheiten in Bezug auf die Kapitalrendite. Der Erfolg von Oracles Plänen und die daraus resultierenden finanziellen Implikationen werden genau beobachtet, denn sie könnten weitreichende Auswirkungen auf die Märkte für festverzinsliche Wertpapiere haben.