Die Debatte um die Winterstromlücke in Kärnten nimmt Fahrt auf. Der ÖVP-Landtagsclub sieht den bevorstehenden Beschluss zur Windkraft-Zonierung als wesentlichen Schritt in einer politischen Einigung. Laut klick-kaernten.at wurde eine Vier-Parteien-Lösung erarbeitet, die darauf abzielt, das Thema Windkraft in Kärnten gemeinsam und streitfrei zu regeln. Martin Gruber, ein führender Politiker der ÖVP, hebt hervor, dass dieser Beschluss ein positives Signal für die politische Zusammenarbeit darstellt.

Ein zentraler Aspekt dieser Debatte ist die Berechnung der Produktionslücke bei Strom im Winter, die derzeit von der Energieagentur durchgeführt wird. Die Ergebnisse dieser Analyse sollen Anfang März vorliegen, und Sebastian Schuschnig, ebenfalls der ÖVP, betont, dass die Ergebnisse einer unabhängigen Berechnung bedürfen, die als Grundlage für eine faktenbasierte Debatte dienen soll. Diese Diskussion ist umso dringlicher, da Kärnten in den kommenden Monaten Strom von außen zukaufen muss, um die Versorgung sicherzustellen.

Stromimporte und Eigenversorgung

Im Rahmen der aktuellen Diskussion wurden auch die Ausmaße des Stromimports thematisiert. Kärnten muss jährlich fast 250 Gigawattstunden Strom importieren. Im vergangenen Jahr war die Region in vier Monaten auf externe Stromlieferungen angewiesen, während es 2022 in jedem Monat notwendig war, Strom zuzukaufen. Diese Importe stammen nicht aus nachhaltigen Off-Shore-Windparks, sondern hauptsächlich aus Kohle- und Atomkraftwerken. Dieses Expertenwissen verdeutlicht die Dringlichkeit, die Eigenversorgung zu verbessern und unabhängiger von externen Energiequellen zu werden.

Markus Malle fordert in der Diskussion außerdem einheitliche Netzgebühren für ganz Österreich. Derzeit machen diese Netzkosten einen höheren Anteil an der Stromrechnung aus als der Strom selbst. Eine solche Unified Pricing Strategy könnte dazu beitragen, die Kosten für die Verbraucher zu senken und mehr Transparenz zu schaffen.

Versorgungssicherheit und Umweltschutz

Der Fokus auf die Windkraft-Zonierung, die Teil der Vier-Parteien-Lösung ist, zielt darauf ab, die Versorgungssicherheit sowohl für die Bevölkerung als auch für die Industrie in Kärnten zu gewährleisten. Landeshauptmann-Stellvertreter Martin Gruber betont, dass die Einigung die Sorgen beider Seiten ernst nimmt. Die festgelegten Gebiete für Windkraft stehen im Einklang mit bereits erfolgten Eingriffen in die Natur, um den Schutz der Landschaft und der Natur nicht aus den Augen zu verlieren.

Die Energieagentur analysiert zudem mögliche Szenarien zur Schließung der Stromlücke und diskutiert die Konsequenzen dieser Maßnahmen. Gruber hat bereits Gespräche mit allen im Landtag vertretenen Parteien angekündigt, um eine fundierte Entscheidung zur Energiestrategie herbeizuführen.

Im internationalen Kontext ist es auch wichtig zu beachten, dass Deutschland rund zwei Drittel seines Energiebedarfs durch Importe deckt, wie aus den Analysen des Bundeswirtschaftsministeriums hervorgeht. Deutschland strebt an, seine Importabhängigkeit durch eine verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien und mehr Energieeffizienz zu reduzieren. Die Herausforderungen, vor denen Kärnten und Deutschland stehen, sind somit Teil eines größeren Trends in der europäischen Energiepolitik, die darauf abzielt, die Umstellung auf nachhaltige Energien zu fördern und die globale Atmosphäre zu schützen.