Die Debatte um das „Mittlere Management“ an österreichischen Schulen nimmt Fahrt auf. Lehrer fordern dringend Verbesserungen, insbesondere für kleinere Schulen. In einem neuen Modell von Bildungsminister Christoph Wiederkehr sollen Zusatzstunden für Managementaufgaben an Pflichtschulen flexibel gestaltet werden. Während an AHS (Allgemeinbildende Höhere Schulen) und BMHS (Berufsbildende Höhere Schulen) bereits Anpassungen erwartet werden, zeigt sich die ÖVP offen für Änderungen, nachdem Gewerkschaften und Lehrervertreter Systemkritik geübt haben. Laut vienna.at wurde der entsprechende Gesetzesentwurf bereits im Verfassungsausschuss genehmigt.
ÖVP-Bildungssprecher Nico Marchetti kündigte an, dass Anpassungen bis zur Nationalratssitzung Ende März auf den Weg gebracht werden. Die Lehrervertreter äussern jedoch ihre Bedenken bezüglich des Berechnungsmodells für die Zusatzstunden. Gewerkschaften fordern mehr Ressourcen speziell für kleinere Schulen. Paul Kimberger kritisierte, dass die Mittelverteilung nur ab einer Klassenanzahl von 15 greift, was bedeutet, dass 40% der Mittel nur 10% der Standorte bedienen. Diese Ungerechtigkeit wird von der AHS-Gewerkschaft bestätigt, die ebenfalls mehr Administrativkräfte für kleine Gymnasien fordert.
Ressourcenausstattung und Unterstützung
Die Wiener AHS-Direktoren äußern sich zwar positiv über die angestrebten Änderungen, verlangen allerdings zusätzliche Unterstützung in pädagogischen Belangen. Geplant ist, dass das „Mittlere Management“ ab Herbst an Pflichtschulen, die mindestens 15 Klassen aufweisen, eingeführt wird. Ab dem Schuljahr 2027/28 sollen dann auch andere Schulen davon profitieren. Erwartet werden jährliche Mehrkosten von rund 19,7 Millionen Euro, wobei 1,28 Millionen Euro für AHS und BMHS eingeplant sind.
Parallel zur Diskussion um das Management wird im Bildungsressort an weiteren Verbesserungen gearbeitet. Ab 2026 wird ein zusätzliches Ressourcenpaket mit bundesweiten Qualitätsstandards in der Elementarpädagogik gültig, das auch den Ausbau ganztägiger Betreuungsplätze umfasst, wie schule.at berichtet. Diese Maßnahmen sollen auch kleinere Gruppen und eine verbesserte Fachkraft-Kind-Verhältnisse in Kindergärten fördern.
Strukturreformen im Bildungssystem
Im Rahmen der laufenden Strukturreform der schulischen Bildung wird zudem der Servicecharakter der Bildungsdirektionen ausgebaut, was mehr Transparenz in der Besetzung öffentlicher Posten zur Folge haben soll. Die angestrebte Schulautonomie sowie der Bürokratieabbau sollen Lehrer und Schulen entlasten und einen flexibleren Unterricht ermöglichen. Zudem sollten Programme gegen Extremismus und Radikalisierung verstärkt eingeführt werden. Auch die Einführung eines digitalen Bildungspasses zur Begleitung der Bildungslaufbahn von Kindern ist ein zukunftsorientiertes Vorhaben, das als wichtig erachtet wird.
Die politische Debatte um das „Mittlere Management“ an Schulen zeigt, wie vielschichtig die Herausforderungen im Bildungsbereich sind. Auf die Wünsche und Bedürfnisse von Lehrern und Gewerkschaften einzugehen, wird entscheidend sein, um die angestrebten Verbesserungen erfolgreich umzusetzen.


