Der österreichische Tischtennis-Verband (ÖTTV) sieht sich gegenwärtig schweren Vorwürfen gegenüber, die einen ehemaligen Jugendtrainer betreffen. Dies führt zur Gründung eines neuen Ausschusses, der professionell mit den Vorfällen umgehen soll. Der Ausschuss wird mit verbandsunabhängigen Personen besetzt und hat die erste Aufgabe, das Verhalten des Trainers gemäß vorliegender Unterlagen zu prüfen. Diese Entscheidung wurde nach Akteneinsicht der Staatsanwaltschaft in eine Strafanzeige getroffen, die im November 2025 eingereicht wurde, wie laola1.at berichtet.

Der umstrittene Trainer, von dem sich der Verband getrennt hat, durfte zuvor weiterhin in seinem Verein tätig sein, bis die Zusammenarbeit schließlich am Dienstag ruhend gestellt wurde. Bis zur Klärung der Vorwürfe wird er keine Funktion im Verein ausüben; die Unschuldsvermutung bleibt bestehen. Die Kärntner Landestrainerin Branka Pasalic hatte bereits vor knapp zwei Jahren den ÖTTV über die Vorwürfe informiert und erhielt im Mai 2024 die Anweisung, nicht über diese zu sprechen, was laut Pasalic gleichbedeutend mit Druck war. Der ÖTTV weist jedoch zurück, einen Maulkorb erteilt zu haben.

Nachhaltige Konsequenzen und Präventionsmaßnahmen

Zusätzlich zu den aktuellen Entwicklungen hat das Sportministerium einen Förderstopp gegen den ÖTTV verhängt, der bis zur Aufklärung der Vorwürfe und der Umsetzung eines Präventions- und Integritätsmanagements in Kraft bleibt. In der Zwischenzeit haben sich Nachwuchsspielerinnen aus anderen Bundesländern an Pasalic gewandt und ebenfalls von sexuellen Übergriffen berichtet, die über längere Zeiträume stattgefunden haben. Diese Vorfälle werfen ein ernstes Licht auf die Schemen von Machtmissbrauch im Sport, in dem Trainer häufig ein hohes Maß an Einfluss auf junge Athleten haben.

Im Kontext dieser Geschehnisse ist es wichtig, die Statistiken über Gewalt im Leistungssport zu betrachten. Eine Studie aus dem Jahr 2020 ergab, dass 70% der Befragten im Vereinssport Gewalt erlebt haben, darunter auch sexualisierte Gewalt, von der 25% berichteten. Dies zeigt, wie dringend ein Umdenken und nachhaltige Veränderungen in den Strukturen erforderlich sind. Die Initiative Deutschlandfunk gibt zudem an, dass ein neues Regelwerk, der „Safe Sport Code“, verabschiedet wurde, um Vorfälle in Zukunft zu vermeiden und den Schutz von Sportlern zu gewährleisten.

Der ÖTTV steht nun unter Druck, effektiv gegen die Vorwürfe vorzugehen und den notwendigen Wandel einzuleiten, um das Vertrauen von Athleten, Eltern und der Öffentlichkeit wiederherzustellen. Die Aufarbeitung dieser Fälle könnte auch andere verbände übergreifende Konsequenzen haben, insbesondere hinsichtlich der Unterstützung und den Schutzkonzepten für junge Sportler im gesamten Österreichischen Sport.