Am 23. Februar 2026, dem vierten Jahrestag des Angriffs Russlands auf die Ukraine, fordert die IG Windkraft einen zügigen Ausbau der erneuerbaren Energien. In Anbetracht der aktuellen geopolitischen Risiken und der bestehenden Abhängigkeit von teuren Gasimporten, vor allem im Winter, betont Josef Plank, Präsident der IG Windkraft, die Notwendigkeit, die strategische Autonomie Österreichs zu stärken. Österreichs Gasspeicher sind nur zu einem Drittel gefüllt, wodurch sich die Nation einer Krise nähert, während zwei Drittel des Energiebedarfs in den Wintermonaten durch Gasimporte gedeckt werden.
Plank weist darauf hin, dass trotz genehmigter Projekte, die 3 TWh Winterstrom liefern könnten, der Ausbau wegen langsamer Entwicklungen im Stromnetz und unsicherer Bedingungen verzögert wird. Um den nächsten Gaswinter abzufedern, könnte die rasche Umsetzung von 214 baureifen Windkraftanlagen entscheidend sein. Die IG Windkraft fordert daher schnellere Genehmigungsverfahren, eine bessere Ausstattung der Behörden und verbindliche Flächenplanung, um den Ausbau regenerative Energien voranzutreiben.
Globale Energiesicherheit und geopolitische Risiken
Die Diskussion über Energiesicherheit wird durch die geopolitischen Spannungen im Verhältnis zwischen dem Iran und Israel empfindlich beeinflusst. Der Iran hat mit der Schließung der Straße von Hormus gedroht, was einen bedeutenden Anstieg der Risiken für die globale Energiesicherheit darstellt. Diese Schifffahrtsroute transportiert etwa 20% des weltweiten Flüssigerdgases und 27% des Rohöls. Ein Austritt aus fossilen Brennstoffen birgt allerdings auch neue Herausforderungen, insbesondere durch Abhängigkeiten von Metallen und Mineralien, die zur Herstellung erneuerbarer Technologien benötigt werden.
Zusätzlich zeigen die Entwicklungen nach dem Ukraine-Konflikt 2022 die Verwundbarkeit Europas auf, das stark von russischem Gas abhängt. Die OECD hat festgestellt, dass 79% der Weltbevölkerung in ölimportierenden Ländern leben und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen Risiken birgt, die auch andere Konflikte beeinflussen können. Die Notwendigkeit einer Diversifizierung der Stromversorgung wird als Schlüssel zu einem widerstandsfähigen Energiesystem angesehen.
Maßnahmen zur Stärkung der Versorgungssicherheit
Ein zentraler Punkt in der Diskussion ist die hohe Abhängigkeit Europas von Gasimporten, missliebigen Rohstoffen und Transportwegen. Laut dem Direktor des Austrian Instituts für Europa- und Sicherheitspolitik, Michael Zinkanell, wird Energie zunehmend als geopolitisches Druckmittel genutzt. Österreich gibt jährlich rund 3 Milliarden Euro für Gasimporte aus, und die Zeit des vermeintlich günstigen Pipelinegases scheint vorbei zu sein, so warnt Franz Angerer von der Österreichischen Energieagentur.
Um der Herausforderung zu begegnen, empfiehlt der Internationale Währungsfonds (IWF) Investitionen in Netzinfrastrukturen und Energiespeicherung. So könnte die nötige Robustheit des Stromsystems gewährleistet werden. Hinsichtlich des Strommixes in Europa wurde der Anteil erneuerbarer Energien auf 47% erhöht. Die Umstellung auf diese Energien und die Elektrifizierung werden als eine Möglichkeit angesehen, die Energiesicherheit zu verbessern und die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zu verringern.
Die IG Windkraft fordert eine umfangreiche politische Debatte über die Rolle von erneuerbaren Energien als Teil einer sicheren und stabilen Energiezukunft. Es besteht Konsens darüber, dass die Sicherheit kritischer Infrastrukturen, die auch bei der Entwicklung erneuerbarer Energien beachtet werden muss, von zentraler Bedeutung ist.
Insgesamt stehen die Dringlichkeit von Maßnahmen sowie die Notwendigkeit zur schnelleren Umsetzung bestehender Projekte im Vordergrund, um Österreichs Energiesicherheit für die Zukunft zu gewährleisten.
Für weitere Informationen können Sie die Berichte auf Vienna.at, DW und bpb.de nachlesen.