Am 28. Jänner 2026 hat der Bund bekanntgegeben, dass er 80 Millionen Euro für Rückgabesysteme und 60 Millionen Euro für Sortierautomaten bereitstellt. Diese Maßnahmen sind Teil eines umfassenden Plans, bis 2027 eine Sammelquote von 90 Prozent für Einwegverpackungen zu erreichen. Minister Totschnig bezeichnete das Einwegpfandsystem als zentralen Hebel zur Erreichung der EU-Sammelziele und betonte die Bedeutung eines hohen Recyclinganteils bei PET-Flaschen. Monika Fiala, Geschäftsführerin von Recycling Pfand Österreich, hob die Vorteile der sortenreinen Sammlung hervor und verwies auf die gesetzliche Vorgabe, die ab 2025 mindestens 25 Prozent Rezyklat in PET-Flaschen fordert.
Im Übergangsjahr 2025 standen die Verantwortlichen vor zahlreichen Herausforderungen, konnten aber gleichzeitig bedeutende Erfolge verzeichnen. Laut Informationen von Kleine Zeitung wurden in diesem Jahr zwei Milliarden Pfandflaschen und -dosen in Verkehr gebracht, von denen 1,4 Milliarden bis zum 31. Dezember zurückgegeben wurden. Dies führt zu einer Recyclingquote von 81,5 Prozent, die auf Gewicht und einer Verweildauer von 51 Tagen basiert. Um die angestrebte Sammelquote von 90 Prozent zu erreichen, setzt man 2024 auf weitere Aufklärung und Information für die Konsumenten.
Die Rolle des Pfandsystems in Europa
In Europa haben sich Pfandsysteme als essenzielles Instrument zur Reduzierung von Abfall etabliert. Das deutsche Pfandsystem der DPG, das seit 2003 in Betrieb ist, gilt als eines der erfolgreichsten in Europa, mit Rücklaufquoten von über 98 Prozent. Erarbeitet von einem jungen Schweden und unter der Federführung von Umweltminister Klaus Töpfer, hat es eine spürbare Lenkungswirkung auf den deutschen Verpackungsmarkt entfaltet. Wie dpg-pfandsystem.de berichtet, gilt die erweiterte Herstellerverantwortung (EPR) als Schlüsselmechanismus zur Abfallbewirtschaftung: Hersteller werden verantwortlich für das Recycling und die Abfallvermeidung gemacht.
Ab 2025 wird ein neues Einwegpfandsystem für Plastikflaschen und Getränkedosen in Österreich gelten, das ein rückerstattbares Pfand von 0,25 € pro Verpackung vorsieht. Dieses System trifft auf große Zustimmung: Rund drei Viertel der Bevölkerung befürworten das neue Modell, während 85 Prozent angeben, sich gut informiert zu fühlen. Kritische Stimmen, wie vom Österreichischen Behindertenrat, fordern jedoch eine Anpassung der Rückgabeautomaten, um die Barrierefreiheit für Menschen mit Behinderungen zu gewährleisten.
Internationaler Kontext und weitere Entwicklungen
Die Einführung von Pfandsystemen in Europa verläuft unterschiedlich, wobei 17 Mitgliedsstaaten bereits erfolgreiche Systeme umgesetzt haben. In einigen Ländern, wie Belgien und Kroatien, werden ebenfalls gesetzliche Rahmenbedingungen zur Einführung von Pfandsystemen geschaffen. In einem Überblick auf sensoneo.com wird deutlich, dass Pfandsysteme nicht nur in Österreich von Bedeutung sind; sie sind entscheidend für das nachhaltige Wirtschaftswachstum in vielen europäischen Ländern.
Zusammengefasst zeigen die Fortschritte und Initiativen in Österreich und anderen europäischen Ländern, dass Pfandsysteme eine wirksame Methode zur Förderung des Recyclings sowie zur Senkung der Abfallmengen darstellen. Das gemeinsame Ziel, eine hohe Rücklaufquote zu erreichen, bleibt eine zentrale Herausforderung, die jedoch durch politische und gesellschaftliche Maßnahmen unterstützt wird.