Österreich erlebt einen bemerkenswerten Fortschritt in der Elektromobilität durch den Ausbau der Ultraschnellladeinfrastruktur. SMATRICS EnBW, der größte Betreiber dieser Infrastruktur im Land, setzt seinen Wachstumskurs fort. Im Jahr 2025 verzeichnete das Unternehmen einen Rekordausbau mit 261 neuen High-Power-Charging-Ladepunkten (HPC) und plant, im Jahr 2026 weitere 250 Ladepunkte zu installieren. Bis 2030 sollen insgesamt 1.500 HPC-Ladepunkte entstehen. Diese Ladepunkte bieten Ladeleistungen von bis zu 400 kW, was es ermöglicht, in nur 15 Minuten eine Reichweite von rund 400 Kilometern zu erreichen. Aktuell sind bereits 655 HPC-Ladepunkte an 109 Standorten in Betrieb, was über dem ursprünglichen Ausbauplan liegt.

Das Jahr 2025 erwies sich als das erfolgreichste Jahr mit einem durchschnittlichen Ausbau von fünf neuen Ultraschnellladepunkten pro Woche. Besonders in Wien, Tirol und der Steiermark wurde stark expandiert, während Ober- und Niederösterreich die größten Ladehotspots darstellen. Auch die Nutzung der Ladeinfrastruktur steigt rasant an: Die Zahl der Ladevorgänge sowie die geladene Energiemenge haben sich um mehr als zwei Drittel erhöht und die Infrastruktur wird hauptsächlich entlang von Autobahnen und Schnellstraßen sowie bei Handelspartnern wie BILLA, PENNY und BAUHAUS aufgebaut. Oekonews berichtet, dass jeder zweite Standort bei Einkaufszentren oder Märkten angesiedelt ist und der Fokus auf großen Ladeparks liegt, die mit hoher Leistung und Zusatzangeboten wie Überdachung und Verpflegung aufwarten. Für das Jahr 2026 sind 19 neue Ladeparks in Planung.

Nachhaltige Energienutzung

Ein zentraler Aspekt für die Mobilitätswende ist der Betrieb dieser Ladeinfrastruktur, der zu 100 Prozent mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen vom Verbund gewährleistet wird. Bis Ende 2025 werden über 4.000 öffentliche HPC-Ladepunkte in Betrieb sein, mit einem Anstieg des Anteils an Elektro-PKW auf 4,9 Prozent. Diese Entwicklung zeigt eindrucksvoll, wie Ultraschnellladen als treibende Kraft für die Mobilitätswende fungiert.

Doch die Umstellung auf erneuerbare Energien und Elektromobilität erfordert auch Anpassungen von Infrastrukturbetreibern, Quartiersentwicklern und Kommunen. Laut Fraunhofer IAO sind wirtschaftliche und energieeffiziente Lösungen zur Nutzung der lokalen Strom-, Wärme- und Kälteversorgung von entscheidender Bedeutung. Dies erfordert eine sorgfältige Planung der Ladeinfrastruktur für Lkw und Pkw, wobei auch die Netzverträglichkeit in den Blick genommen werden muss. Technologien wie Wasserstoff, Batteriespeicher und smartes Lastmanagement spielen hierbei eine unterstützende Rolle.

Komplexität und verantwortungsvoller Umgang

Die Integration erneuerbarer Energien wird möglicherweise durch steigende Planungs- und Betriebskomplexität erschwert. Dennoch gibt es Unternehmen, die Lösungen anbieten, um diese Komplexität beherrschbar zu machen. Dabei kommen langjährige Erfahrungen in der Konzeption, Simulation und im Betrieb energetischer Anlagen sowie Ladeinfrastruktur zum Tragen. Im Rahmen eines Micro Smart Grids mit lokalen Erzeugern, Batterie- und LOHC-Wasserstoffspeichern wird nicht nur die Verantwortung für den Aufbau und Betrieb von 480 Ladepunkten an 40 Standorten übernommen, sondern auch die Expertise in diverse Projekte für Unternehmen und die öffentliche Hand eingebracht.

Die Entwicklung der Ultraschnellladeinfrastruktur in Österreich stellt somit einen Meilenstein im Übergang zu einer nachhaltigeren Mobilität dar und zeigt, wie wichtig innovative Ansätze in der Energieversorgung und Ladepunktplanung sind.