Die Inflation in Österreich ist im Dezember 2025 auf 3,8 % gesunken, was den ersten Wert unter vier Prozent seit Juli 2025 markiert. Dies wird von der Schnellschätzung von Statistik Austria bestätigt und stellt einen signifikanten Rückgang dar, begleitet von einer allgemeinen Erholung der Preise in der Eurozone, die bei 2,0 % liegt und damit die Zielmarke der Europäischen Zentralbank (EZB) erreicht hat. Der Rückgang der Teuerung in Österreich wird vor allem auf die gesunkenen Preise für Treibstoffe wie Benzin und Diesel zurückgeführt. Laut Kurier stiegen die Energiepreise im Durchschnitt jedoch um 9,0 %, nachdem sie im November noch um 10,9 % angestiegen waren.

Trotz des gesunkenen Inflationswerts bleibt der Dienstleistungsbereich der stärkste Preistreiber, wo die Preise um 4,4 % im Dezember gestiegen sind, gegenüber 4,5 % im November. Auch die Preise für Nahrungsmittel, Tabak und Alkohol verzeichneten einen Preiszuwachs von 4,1 %, was im Vergleich zu 3,6 % im Vormonat ein Anstieg darstellt.

Politische Reaktionen und Ausblick

Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) erkennt den Handlungsbedarf, insbesondere im Dienstleistungsbereich sowie bei Treibstoffpreisen. Er kritisierte, dass die sinkenden Rohölpreise nicht an die Autofahrer weitergegeben werden, was die Situation für Konsumenten weiter verschärfen könnte. Der Gewerkschaftsbund (ÖGB) fordert Maßnahmen zur Bekämpfung hoher Lebensmittelpreise und schlägt die Einrichtung einer Anti-Teuerungskommission vor, um ungerechtfertigte Preissteigerungen zu beobachten und zu sanktionieren.

Die Nationalbank (OeNB) hat eine Prognose für eine Inflation von 2,4 % für das Jahr 2026 veröffentlicht. Diese Schätzung könnte durch einen Basiseffekt beeinflusst werden, der in einem Monat zu einer spürbaren Dämpfung der Inflation bei Strom führen soll. Der endgültige Wert der Inflation für Dezember wird am 19. Jänner 2026 bekannt gegeben.

Regionale Vergleiche

Ein Vergleich mit den Nachbarländern zeigt, dass die Inflation in Frankreich bei nur 0,7 % und in Deutschland bei 1,8 % liegt, was die unterschiedlichen Situationen im Euroraum verdeutlicht. Österreichs harmonisierter Verbraucherpreisindex (HVPI) beträgt derzeit 3,9 %. Die Österreichische Nationalbank hat zudem in ihren jüngsten Veröffentlichungen die Entwicklungen und Auswirkungen von Inflation auf die Haushalte thematisiert.