Österreichs Industrie zeigt sich trotz der Herausforderungen der letzten Jahre vorsichtig optimistisch. Wie Leadersnet berichtet, signalisiert das aktuelle Konjunkturbarometer erste Anzeichen einer Trendwende nach der längsten Rezession in der jüngeren Geschichte des Landes. Zwar wird für 2026 eine flache wirtschaftliche Erholung prognostiziert, doch diese hängt stark von der globalen Marktentwicklung und geopolitischen Stabilität ab.
Nach drei Jahren stagnierender Wirtschaftsleistung deuten die neuesten Prognosen auf eine leichte konjunkturelle Wende hin. Die Signale sind jedoch vielfältig und die Beteiligung unterschiedlicher Branchen an der Erholung ist ungleich verteilt. Insbesondere die pharmazeutische Industrie, die Herstellung elektrischer Ausrüstungen sowie die Nahrungsmittelindustrie zeigen positive Entwicklungen.
Challenges und Reformbedarf
Christoph Neumayer von der Industriellenvereinigung (IV) hebt die Notwendigkeit von standortfreundlichen Reformen hervor. Auch Kleine Zeitung zitiert ihn, dass zur Förderung des Wirtschaftswachstums unter anderem Vorschläge wie Entlastungen bei Arbeits- und Energiekosten sowie beschleunigte Genehmigungsverfahren umgesetzt werden müssen. Erste Schritte in diese Richtung wurden bereits im Rahmen einer Industriestrategie in Form des Industriestrompreises unternommen.
Dennoch bleibt der Kostendruck für 84 Prozent der Unternehmen hoch, sodass eine Preiserhöhung kaum möglich ist. Der Beschäftigungssaldo zeigt sich im negativen Bereich, und der Stellenabbau in der Industrie setzt sich fort. Unterschiedliche Branchen erleben unterschiedliche Intensität der Erholung; während die Automobil- und chemische Industrie Stabilisierungssignale aufweisen, stehen die Mineralölverarbeitung und die Bekleidungsindustrie unter Druck.
Ausblick auf die kommenden Jahre
Für 2026 wird laut Vienna.at mit einem moderate Wachstumsbereich von bis zu 1,2 Prozent gerechnet. Ökonomen von Wifo und IHS gehen von einer leichten Senkung der Inflation und einer langsamen Entspannung auf dem Arbeitsmarkt aus. Dennoch wird kein kräftiger Aufschwung erwartet, auch wenn das Wachstum über dem Durchschnitt der Eurozone liegen soll.
Die Herausforderungen bleiben, besonders in der exportorientierten Industrie, die unter zunehmendem Druck steht. Trotz der positiven Tendenzen gibt es Berichte über sinkende Haushaltseinkommen und steigende Sparquoten. Maßnahmen zur Bekämpfung der Inflation werden dringend gefordert, während die öffentliche Hand angehalten ist, strukturelle Reformen anzugehen.
Insgesamt lässt sich festhalten, dass Österreich im Hinblick auf die wirtschaftlichen Entwicklungen für 2026 auf eine zarte, aber entscheidende Erholung hoffen darf, die jedoch weitere Reformen und Anpassungen erfordert, um nachhaltig besteht zu können.