Am 2. Februar 2026 zeigt sich die österreichische Industrie durch eine neue Industriestrategie bis 2035 als zukunftsfähig und resilient. In einem Interview unterstreicht Robert Tencl, CEO von TSA, die Bedeutung dieser Strategie, um den Produktionsstandort international wettbewerbsfähig zu halten. Österreich ist stark exportabhängig, insbesondere im Mobilitätssektor, wo 95% der Produkte im Ausland verkauft werden. Für „Made in Austria“ sind technologische Exzellenz und strategische industriepolitische Prioritäten von zentraler Bedeutung.
Die Bundesregierung hat klare Schritte vorgelegt, um Österreich als führenden Produktionsstandort zu positionieren. Ein zukunftsweisendes Konzept sieht vor, Infrastruktur wie moderne, energieeffiziente Werke und Industrie-4.0-Prozesse zu fördern, um die Digitalisierung und Automatisierung voranzutreiben. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die gezielte Fachkräfteausbildung, um den sich verändernden Anforderungen gerecht zu werden. Dies wird durch verschiedene Initiativen unterstützt, die die **Ausbildung in Schlüsseltechnologien** vorantreiben sollen.
Neun Schlüsseltechnologien für die Zukunft
Die Industriestrategie ermittelt neun Schlüsseltechnologien, die als Stärkefelder definiert sind. Diese umfassen:
- Künstliche Intelligenz und Dateninnovation
- Chips, Elektronische Komponenten und Systeme
- Fortgeschrittene Produktionstechnologien und Robotik
- Quantentechnologie und Photonik
- Fortgeschrittene Werkstoffe (Advanced Materials)
- Life-Sciences & Biotech
- Energie- und Umwelttechnologien
- Mobilitätstechnologien
- Weltraum- und Luftfahrttechnologien
Um diese Technologien zu fördern, sind bis 2029 insgesamt 2,6 Milliarden Euro eingeplant. Dieser Fokus auf technologische Innovationen soll die Wettbewerbsfähigkeit und die Rolle Österreichs im europäischen und globalen Markt stärken.
Zusätzlich wird sich die Strategie auf die Bildung neuer Lehrberufe konzentrieren, um Nachwuchskräfte in diesen Schlüsselbereichen auszubilden und die Fachkräftebasis zu verbreitern. Darauffolgend betont die österreichische Bundesregierung auch die Notwendigkeit, den Zugang für ausländische Experten zum Arbeitsmarkt zu erleichtern, um die Innovationskraft weiter zu steigern.
Herausforderungen und Zukunftsaussichten
Österreich sieht sich jedoch auch Herausforderungen gegenüber. Steigende Energie-, Arbeits- und Bürokratiekosten setzen die Industrie unter Druck. Es gibt Forderungen nach Abschaffung des Merit-Order-Systems im Energiebereich sowie nach einer Entbürokratisierung in verschiedenen Sektoren. Tencl weist darauf hin, dass die Industrie die Grundlage für Wohlstand, Klimaschutz und technologische Souveränität darstellt.
In einer Zeit, in der geopolitische Herausforderungen und technologische Veränderungen zeitgleich Auswirkungen auf die Industrie haben, bekennt sich die österreichische Bundesregierung klar zur Stärkung des Produktionsstandorts. Die Strategie ist eng abgestimmt mit europäischen Initiativen und zielt darauf ab, die Industrie zukunftssicher zu machen.
Die Industriestrategie verfolgt somit das Ziel, Österreich bis 2035 zu den TOP-10 der OECD-Länder in der Industrieproduktion zu bringen, indem einerseits die Wettbewerbsfähigkeit gestärkt und andererseits gesundheitliche und ökologische Aspekte in den Mittelpunkt gerückt werden. Maßnahmen wie die Einführung des Leitprinzips „Made in Europe & Partner Countries“ im Förder- und Beschaffungswesen sind weitere Schritte in diese Richtung.