Österreichs größtes Batteriespeicherprojekt entsteht am Energieknoten Theiß. Die EVN investiert rund 46 Millionen Euro in eine Anlage mit einer Leistung von 70 MW und einer Kapazität von 140 MWh. Dieses ambitionierte Projekt zielt darauf ab, die Netzstabilität und Versorgungssicherheit in Niederösterreich und darüber hinaus zu verbessern. Die Inbetriebnahme ist für das dritte Quartal 2027 geplant.

Die Installation umfasst insgesamt 40 Batteriecontainer, die in der Lage sind, alle Haushalte in St. Pölten über einen Zeitraum von 12 bis 14 Stunden zu versorgen. Die neuartigen Großbatterien reagieren in Sekundenbruchteilen und können Schwankungen im Stromnetz schneller ausgleichen als konventionelle Kraftwerke. Auf Knopfdruck können sie so viel Energie bereitstellen wie ein mittelgroßes Gaskraftwerk. Dieses Projekt unterstützt nicht nur den Ausbau von Wind- und Sonnenstrom, sondern trägt auch aktiv zu einem klimafreundlichen Energiesystem bei.

Die Rolle von Batteriespeichern in der Energiewende

Batteriespeicher werden als entscheidend für die Energiewende angesehen, insbesondere vor dem Hintergrund der sich wandelnden Stromsysteme. Handelsblatt erklärt, dass traditionelle Kraftwerke zunehmend durch erneuerbare und volatile Energien ersetzt werden. Um ein stabiles Stromnetz und die Klimaziele zu erreichen, sind Batteriespeicher unerlässlich.

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Mit einem fortschreitenden Ausbau moderner Speichersysteme sinkt der Bedarf an fossilen Reservekraftwerken. In Deutschland gibt es bereits rund 100 Gigawatt Solarleistung, doch häufig klaffen Erzeugung und Verbrauch auseinander, was dazu führt, dass Solaranlagen abgeregelt werden müssen. Derzeit sind etwa 15 Gigawatt installierte Speicherleistung kaum im Einsatz. Dies könnte sich durch die neue Batteriespeicheranlage in Theiß ändern.

Investitionspotential und Marktentwicklung

Die Marktentwicklung für Batteriespeichersysteme, insbesondere in Deutschland, zeigt seit Jahren eine positive Tendenz. EY hebt hervor, dass Deutschland bis 2025 voraussichtlich eine bedeutende Rolle im Bereich der BESS-Kapazitäten spielen wird, bedingt durch starke politische Unterstützung und zunehmendes Interesse von Investoren. Der größte Teil der Neuinstallationen entfallen auf Heimspeicher, gefolgt von industriellen und großflächigen Speichern.

  • Heimspeicher (≤ 30 kWh): Rund 85% der Neuinstallationen 2023.
  • Industrielle Speicher (30–1.000 kWh): Machen 6% der neu installierten Kapazitäten aus. Prognose: 9% Wachstum jährlich.
  • Großspeicher (≥ 1.000 kWh): 2023 etwa 0,5 GW, mit einer prognostizierten Wachstumsrate von 31% bis 2032.

Durch die zahlreichen Investitionsmöglichkeiten können Unternehmen in verschiedenen Bereichen profitieren, von der Produktion von Speichersystemen bis hin zu maßgeschneiderten Lösungen. Mit dem Bau des neuen Batteriespeichers in Theiß wird die Grundlage gelegt für eine ambitionierte Energiewende in Österreich und darüber hinaus.

Insgesamt stellt das Projekt in Theiß nicht nur einen technologischen Fortschritt dar, sondern auch einen wichtigen Schritt in Richtung einer stabilen und nachhaltigen Energieversorgung für die Zukunft.

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