Österreichs Gesundheitssystem: Einheitliche Hotline 1450 für alle!
Österreichs Gesundheitssystem: Einheitliche Hotline 1450 für alle!
Wien, Österreich - Die österreichische Bundesregierung plant, die Gesundheitshotline 1450 zu vereinheitlichen und als erste Anlaufstelle im Gesundheitssystem zu etablieren. Dies wurde am 16. Juni 2025 bekannt gegeben. Harald Mayer, Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK) und Bundeskurienobmann der angestellten Ärzte (BKAÄ), begrüßt diese Initiative und sieht darin einen wichtigen Schritt zur Verbesserung der Patientenversorgung. Laut Mayer ist eine verbindliche Patientenlenkung notwendig, um die Funktionsfähigkeit des Gesundheitssystems zu gewährleisten. Ziel ist es, die Patientenströme zu steuern und die Spitalsambulanzen zu entlasten. Die BKAÄ veranstaltete im Mai 2024 eine Enquete mit dem Titel „1450 – das Heilmittel für die Spitäler?“, bei der sich alle wichtigen Akteure im Gesundheitssystem zu 1450 bekannt haben.
Besonders in Wien, wo 1450 bereits am besten ausgebaut ist, konnte eine beeindruckende Umleitung von 85 Prozent der Patienten, die sonst eine Spitalsambulanz oder den Rettungsdienst in Anspruch genommen hätten, in andere Versorgungsstrukturen erreicht werden. Mayer fordert außerdem, dass die Ärzteschaft als Systempartner in die Umsetzung der Pläne einbezogen wird. Ein zentrales Element dieser Initiative ist die vollumfängliche Einbindung der elektronischen Gesundheitsakte ELGA, die dazu dienen soll, die in 1450 erhobenen Daten für die Weiterbehandlung verfügbar zu machen und bürokratischen Aufwand zu reduzieren.
Über die Gesundheitshotline 1450
Die telefonische Gesundheitsberatung 1450 ist seit November 2019 in ganz Österreich verfügbar und bietet rund um die Uhr, sieben Tage die Woche, Unterstützung bei gesundheitlichen Anliegen. Sie dient als niederschwellige Erstanlaufstelle für Anruferinnen und Anrufer mit gesundheitlichen Problemen oder akuten Symptomen. Die Beratung erfolgt durch speziell geschultes, diplomiertes Gesundheits- und Krankenpflegepersonal, das die Informationen über lokale Ärztinnen und Ärzte sowie deren Öffnungszeiten entsprechend dem Wohnort der Anrufer bereitstellt. Allerdings ersetzt 1450 keine ärztliche Behandlung und stellt keine Diagnosen, sondern bietet schnelle Hilfe und Orientierung im Gesundheitswesen. In medizinischen Notfällen sollten Anrufer den Rettungsnotruf 144 wählen.
Integration in die eHealth-Infrastruktur
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Integration der Hotline in die bestehende eHealth-Infrastruktur Österreichs. eHealth beschreibt die Verbindung von medizinischer Informatik, öffentlicher Gesundheit und Wirtschaft durch Informations- und Kommunikationstechnologien. Österreich hat bereits eine etablierte eHealth-Strategie und setzt auf digitale Gesundheitsapps, Online-Terminbuchungen und Videoberatungen. Geplant ist auch die Erweiterung der Gesundheitshotline 1450 zur frühzeitigen Beratung von Patienten.
Laut den Plänen wird bis 2028 jährlich eine Finanzierung von 51 Millionen Euro bereitgestellt, die aus Drittelfinanzierung von Bund, Ländern und Sozialversicherung stammt. Diese Mittel sollen für telemedizinische Angebote, die Weiterentwicklung der ELGA sowie für die Gesundheitshotline 1450 verwendet werden. Die ELGA selbst ermöglicht den Zugang zu Gesundheitsdaten für Patienten und Gesundheitsdienstleister und wurde 2015 in öffentlichen Spitälern eingeführt, 2018 auch im niedergelassenen Bereich.
Insgesamt zeigt sich, dass die Initiative zur Vereinheitlichung der Hotline 1450 nicht nur eine Antwort auf die Herausforderungen im Gesundheitssystem darstellt, sondern auch ein Schritt in Richtung einer modernen, digitalen Gesundheitsversorgung in Österreich ist. Diese Entwicklungen versprechen, den Patienten eine verbesserte Betreuung und eine gezielte Steuerung der Gesundheitsressourcen zu gewährleisten.
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Ort | Wien, Österreich |
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