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Der Arbeitsmarkt in Österreich hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten erheblich gewandelt. Laut vienna.at ist die Zahl der Erwerbstätigen seit 2005 um rund 750.000 auf 4,5 Millionen im Jahr 2025 gestiegen. Dies zeigt sich vor allem durch eine Zunahme der Teilzeitarbeit, insbesondere bei Frauen, während das durchschnittliche Arbeitsvolumen mit nur 2,1 Prozent auf 6,89 Milliarden Stunden relativ stagnierte.

Ein Blick auf die demografischen Veränderungen offenbart, dass die Erwerbstätigenquote der 55- bis 64-Jährigen und der Anteil der Menschen ohne österreichische Staatsbürgerschaft mehr als doppelt so hoch geworden sind. Die Teilzeitquote unter Frauen stieg bis 2025 auf fast 50 Prozent, was 2005 noch bei 39,5 Prozent lag. Auch die Teilzeitquote bei Männern hat mit einem Anstieg auf 14 Prozent zugelegt.

Herausforderungen und Fachkräftemangel

Obwohl der Anstieg der Erwerbstätigen positive Aspekte zeigt, warnt die Wirtschaftskammer vor den Herausforderungen, die durch stagnierendes Arbeitsvolumen und einen drohenden Fachkräftemangel entstehen. Der ÖGB hat geschätzt, dass der Brutto-„Lohnverlust“ durch unbezahlte Mehrarbeit im Vorjahr etwa 2,5 Milliarden Euro betrug. Die Zahl der Über- und Mehrstunden fiel von über 354 Millionen Stunden im Jahr 2005 auf rund 170 Millionen Stunden im Jahr 2025.

Das Fachkräftemonitoring des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) befasst sich mit der Analyse von Arbeitsmarktströmen von 2025 bis 2029 und hat das Ziel, ungenutzte Potenziale von Frauen, Nicht-Deutschen und älteren Arbeitnehmern zu identifizieren. Es wird seit 2007 unter der Leitung des BIBB und des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) erstellt. Die Prognosen zeigen, dass die Zahl der Berufe mit Engpässen zunehmen wird, wobei bis 2029 ein Mangel von rund 530.000 Fachkräften erwartet wird.

Prognosen zur Zukunft des Arbeitsmarktes

Die demografischen Trends deuten darauf hin, dass die Zahl der Erwerbstätigen in den kommenden Jahren weiter abnehmen wird. Der Rückgang ist auf den altersbedingten Austritt der Babyboomer-Generation aus dem Arbeitsmarkt zurückzuführen. Diese Problematik wurde jüngst beim Berliner Demografiegespräch erörtert, wo Strategien zur Verbesserung der Erwerbssituation diskutiert wurden.

Es wird empfohlen, nicht erwerbstätige Personen zu aktivieren, die Verweildauer älterer Arbeitnehmer zu verlängern und Zuwanderer besser in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Auch die Binnennachfrage in Deutschland wird an Bedeutung gewinnen, während die Exporte durch Zölle belastet werden. Digitalisierung, Klimawandel und Energiewende stellen zusätzliche Anforderungen an die Qualifikationen der Arbeitnehmenden.

Eine höhere Erwerbsbeteiligung von Frauen und Personen mit ausländischer Staatsangehörigkeit wird als langfristig positive Entwicklung angesehen. Der demografische Wandel fördert Engpässe besonders in strukturschwachen Regionen, was eine gezielte Strategie zur Fachkräftesicherung unerlässlich macht, um den künftigen Herausforderungen wirksam zu begegnen.