Am 2. März 2026 gab das österreichische Bundesheer bekannt, dass es plant, ab 2027 den Weltraum aktiv zu nutzen. Ein bedeutender Schritt in diese Richtung ist die Präsentation eines Demomodells eines Satelliten namens „Beaconsat“. Der innovative Satellit wiegt 32 Kilogramm und soll künftig zur Erkennung, Störung und Manipulation von Navigationssignalen eingesetzt werden. Die Projektleitung liegt bei dem niederösterreichischen Startup GATE Space, welches in Schwechat ansässig ist. Das gesamte Projekt hat Kosten in Höhe von etwa einer Million Euro, wobei die Hälfte von der European Space Academy (ESA) finanziert wird. „Beaconsat“ ist der größte Satellit, der bisher in Österreich entwickelt wurde und wird mittels einer Rakete von der SpaceX-Basis in Vandenberg, Kalifornien, in die Umlaufbahn gebracht. Innovationsminister Peter Hanke bezeichnete das Projekt als Paradebeispiel für die Innovationskraft Österreichs.

Verteidigungsministerin Klaudia Tanner hebt zudem die strategische Relevanz von Weltraumtechnologien für die militärische Handlungsfähigkeit der Nation hervor. Zu den wesentlichen Funktionen des „Beaconsat“ zählt das Jamming, bei dem der Satellit Signale sendet, die andere Navigationssignale blockieren. Außerdem wird das Spoofing ermöglicht, wodurch falsche Koordinaten generiert und in andere Signale eingeSpeist werden können, um gezielte Manipulationen vorzunehmen.

Wachsende Bedrohungen und Sicherheitsrisiken im Weltraum

Die Bedrohungen für satellitengestützte Dienste, die auch in der militärischen Nutzung von Bedeutung sind, nehmen weltweit zu. Angriffe auf solche Systeme, darunter GPS und Satelliten-TV, sind in den letzten Jahren stärker in den Fokus gerückt. So berichtete Space.com von einem Vorfall am 25. Dezember 2023, bei dem ein aserbaidschanisches Flugzeug abgestürzt ist, nachdem es in eine GPS-Störzone geflogen war. 38 Menschen verloren dabei ihr Leben. Ein weiteres alarmierendes Beispiel war, dass im Jahr 2024 allein 310.000 Flüge durch GPS-Interferenzen beeinträchtigt wurden, die vor allem in Russland und dem Nahen Osten stattfanden. Diese statischen Herausforderungen stellen die Sicherheit kritischer Infrastrukturen auf die Probe, da GPS-Dienste für viele essentielle Technologien unentbehrlich sind.

Die International Civil Aviation Organization (ICAO) hat Staaten bereits dazu aufgefordert, den Schutz der kritischen Frequenzbänder zu verbessern, um solche Störungen zu minimieren. In Zusammenarbeit mit anderen Organisationen unterstützen die ICAO und die International Telecommunication Union (ITU) diese Forderung. Angesichts der sich häufenden Störfälle, wie dem Anstieg von GPS-Spoofing-Vorfällen um 400% in den letzten drei Jahren, müssen Satellitenbetreiber ihre Sicherheitsvorkehrungen erheblich verstärken.

Nationale Weltraumsicherheitsstrategie

Um den Herausforderungen im Weltraum effektiv zu begegnen, hat Deutschland eine nationale Weltraumsicherheitsstrategie (WRSS) vorgestellt. Diese Strategie umfasst den Ausbau von Satellitennetzwerken und die Zusammenarbeit mit internationalen Partnern wie der EU und der NATO. Bundestagsabgeordnete des Auswärtigen Amts und des Verteidigungsministeriums betonten die Bedeutung von Weltraumsystemen für Kommunikation und Navigation sowie den Schutz vor Störungen, die gravierende Auswirkungen haben können. Ebenso stellte die Strategie fest, dass Russland regelmäßig GPS-Signale im Ostseeraum stört, was die Notwendigkeit zum Schutz der deutschen Weltraumsysteme unterstreicht.

Ein zentrales Ziel der WRSS ist es, militärische Weltraumoperationen zu ermöglichen und die Resilienz gegenüber Störungen zu verbessern. Dabei werden Investitionen in Höhe von rund 35 Milliarden Euro in den nächsten Jahren für den Bereich Weltraum angestrebt, um Deutschlands Interessen im All nachhaltig zu sichern und eine friedliche sowie regelbasierte Nutzung des Weltraums zu fördern.