Am 16. Jänner 2026 wurde ein Sanierungsverfahren über die NG Korrosionsschutz GmbH eröffnet, ein Chemieunternehmen aus Wels, das seit 2000 im Großhandel mit chemischen Erzeugnissen, Mineralölen, technischen Ölen und Schmiermitteln tätig ist. Dies berichtet 5min.at. Die Eröffnung des Verfahrens erfolgt aufgrund massiver wirtschaftlicher Schwierigkeiten, die maßgeblich durch hohe Altlasten an einem Standort in Ried im Innkreis verursacht wurden.

Die wirtschaftliche Lage des Unternehmens ist angespannt. Die Aktiva betragen lediglich rund 76.000 Euro, während die Passiva mit etwa 2,35 Millionen Euro in der Schuldenlast liegen. Ein Gutachten aus dem Jahr 2016 hat ergeben, dass das Erdreich auf dem Grundstück erheblich kontaminiert ist, mit rund 12.350 Tonnen belastetem Erdreich, darunter 1.000 Tonnen als gefährlich eingestuftem Abfall. Die geschätzten Sanierungskosten belaufen sich auf mehr als 2,1 Millionen Euro, jedoch sind bisher keine Sanierungsmaßnahmen in Angriff genommen worden.

Management und Sanierungsplan

Das Insolvenzverfahren wird als Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung durchgeführt und wurde vom Unternehmen selbst beantragt. Rechtsanwalt Clemens Krabatsch aus Wels wurde als Masseverwalter eingesetzt. Trotz der schwerwiegenden Mängel wird die Betriebsstätte weiterhin als betriebsnotwendig eingestuft. Das Unternehmen gibt an, dass Mittel zur Fortführung des Betriebs vorhanden sind, allerdings ist dies von einer Lösung bezüglich der belasteten Betriebsstätte abhängig.

Den Gläubigern wurde ein Sanierungsplan präsentiert, der eine Quote von 20 Prozent vorsieht. Im Detail sollen zehn Prozent dieser Quote innerhalb von sechs Wochen nach Annahme des Plans ausgezahlt werden, weitere fünf Prozent innerhalb von zwölf Monaten und die letzten fünf Prozent innerhalb von 24 Monaten. Die Entscheidung über die Annahme des Plans steht in den kommenden Wochen an. Aktuell beschäftigt die NG Korrosionsschutz GmbH nur noch einen Mitarbeiter, den Geschäftsführer.

Schulden und Wertverlust

Laut Krone.at beläuft sich die Schuldenlast des Unternehmens auf etwa 2,3 Millionen Euro. Der Wert der Betriebsstätte ist von ursprünglich über 2 Millionen Euro auf nur 69.000 Euro gesunken. Dieser drastische Wertverlust ist auf das kontaminierte Erdreich zurückzuführen, dessen Entsorgung zusätzliche Kosten in Höhe von rund 2 Millionen Euro verursachen würde. Ein Eigentümerwechsel an dem Gewerbestandort fand 2016 statt, was zu einem Rechtsstreit zwischen der NG Korrosionsschutz GmbH und der Eigentümerin der Liegenschaft führte.

Die Situation der NG Korrosionsschutz GmbH spiegelt einen besorgniserregenden Trend wider, der auch in anderen Branchen zu beobachten ist. Im Jahr 2024 haben in Deutschland etwa 21.812 Unternehmen Insolvenz angemeldet, was einen Anstieg im Vergleich zu den Vorjahren darstellt, wie ifm-bonn.org berichtet. Neben aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen ist auch die Lösung von Altlasten ein häufiges Problem.