Am 9. Jänner 2026 kam es um 12:50 Uhr zu einem folgenschweren Unfall auf der Breitenbrucker Straße in Katsdorf, Bezirk Perg, Oberösterreich. Eine 18-jährige Fahrerin aus dem Bezirk Urfahr-Umgebung geriet vermutlich aufgrund eines Sekundenschlafes mit ihrem Fahrzeug von der Fahrbahn ab. Der Wagen erfasste einen 9-jährigen Jungen, der auf dem Gehsteig ging, bevor er gegen eine Gartenmauer prallte und sich überschlug. Beide, die Fahrerin und der Junge, erlitten unbestimmte Verletzungen und wurden nach einer ersten medizinischen Versorgung ins Unfallkrankenhaus Linz sowie ins Kepler Uniklinikum eingeliefert. Die Fahrerin musste von der Feuerwehr aus ihrem Fahrzeug befreit werden, wie 5min.at berichtet.

Dieser Vorfall wirft ein Schlaglicht auf die Gefahren von Müdigkeit und Sekundenschlaf beim Autofahren. Laut ADAC stellen übermüdete Fahrer ein erhebliches Risiko dar, insbesondere bei hohen Geschwindigkeiten. Im Jahr 2023 gab es in Deutschland 1.902 Unfälle mit Personenschaden, die auf Übermüdung zurückzuführen sind, bei denen 3.010 Personen verletzt wurden, 42 davon tödlich. Sekundenschlaf kann Fahrer dazu bringen, die Kontrolle über ihr Fahrzeug zu verlieren, was mit dem Risiko eines Unfalls vergleichbar ist, das durch Geschwindigkeitsüberschreitungen oder Alkohol am Steuer verursacht wird.

Ursachen und Warnzeichen von Sekundenschlaf

Die Ursachen für Sekundenschlaf sind vielfältig. Längere Wachphasen, Schlafmangel über Tage oder Wochen sowie ein ungünstiger Biorhythmus können dazu führen, dass die Aufmerksamkeit des Fahrers nachlässt. Besonders gefährdet sind Urlauber, Pendler und Berufskraftfahrer, die oft längere Zeit am Steuer verbringen. Zu den typischen Warnsignal für Sekundenschlaf zählen brennende Augen, schweres Lid, häufiges Gähnen, innere Unruhe und Gedächtnislücken. Laut Bussgeldkatalog können diese Anzeichen für einen plötzlichen Schlafanfall hinweisen und sollten ernst genommen werden.

  • Häufige Warnzeichen:
    • Plötzliches Zusammenzucken
    • Andauerndes Gähnen
    • Brennen in den Augenlidern
    • Frösteln oder Kältegefühl

Präventionsstrategien

Um die Gefahr des Sekundenschlafs zu minimieren, ist es wichtig, gut ausgeruht zu fahren und regelmäßige Pausen einzulegen. Kurze Schläfchen von 15 bis 20 Minuten können Müdigkeit deutlich reduzieren. Der Einsatz von Müdigkeitswarnern in Neuwagen, die seit 2022 in der EU für neue Fahrzeug-Typgenehmigungen vorgeschrieben sind, hat das Potenzial, Unfälle zu verhindern. Notbrems- und Spurhalteassistenten können ebenfalls dazu beitragen, die Risiken durch Sekundenschlaf zu verringern.

Die Folgen für Fahrer, die aufgrund von Sekundenschlaf einen Unfall verursachen, können gravierend sein. Gemäß § 315c des Strafgesetzbuchs drohen Geld- oder Freiheitsstrafen sowie der Entzug des Führerscheins. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass Autofahrer sich der Gefahren bewusst sind und Maßnahmen ergreifen, um sicherzustellen, dass sie wach und aufmerksam bleiben.