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Energiemarkt in Gefahr – Negative Strompreise gefährden Energiewende

Bereits seit sieben Tagen in Folge gibt es im kurzfristigen Stromhandel während vielen Tagesstunden negative Strompreise. Im April und Mai 2024 trat dieses gefährliche Phänomen bereits an über 20 Tagen auf und bedroht damit die Energiewende. Negative Strompreise bedeuten, dass erneuerbare Stromproduktion, die über die Spotmarkt-Börse verkauft wird, kein Geld, sondern Kosten für die Stromerzeuger verursacht. Dieses Phänomen ist nicht ganz neu, trat aber in den letzten Jahren nur sporadisch auf. Dass es nun beinahe täglich auftritt, ist historisch neu und gefährdet das Ziel einer umfassenden Energiewende in Österreich.

Viele Menschen mögen über niedrige Strompreise oder sogar negative Preise erfreut sein, da dies perspektivisch günstiger für die Stromkunden sein kann. Allerdings sind negative Preise eine vernichtende Perspektive für alle Kraftwerksprojekte, egal ob es sich um Wasser-, Sonnen- oder Windkraft handelt. Wenn Kraftwerksbetreiber an einem großen Teil des Jahres für ihre Stromproduktion bezahlen müssen oder ihre Kraftwerke stilllegen müssen, wird dies dazu führen, dass kaum noch jemand in neue erneuerbare Kraftwerke investieren wird. Dies würde eine Vollbremsung für die Energiewende bedeuten.

Negative Strompreise sind ein Signal dafür, dass etwas im Strommarkt nicht gesund ist und sollten als Warnsignal betrachtet werden. In der Vergangenheit wurde bereits einmal versäumt, auf offensichtliche Warnsignale zu reagieren, als die Strompreise im 4. Quartal 2021 plötzlich explodierten. Erst im August 2022 wurde erkannt, dass sich das Marktdesign ändern muss. Die aktuellen Diskussionen zur Änderung des Marktdesigns scheinen bisher jedoch keine konkreten Ergebnisse zu liefern.

Der Energiehandelsmarkt entwickelt sich zu einem hoch spekulativen und volatilen Markt, was gerade im Kontext der lebenswichtigen Energieversorgung bedenklich ist. Rasches und entschiedenes Handeln sind daher dringend erforderlich, um die Entwicklungen im Sommer (hohe PV-Produktion) und im Winter (potenzieller Gasmangel) kontrollierbar zu halten.

Ein möglicher Lösungsansatz ist der verstärkte Einsatz von Energiespeichern. Allerdings sind große Batteriespeicher schwer zu bekommen, teuer und haben lange Lieferzeiten. Es ist zu hoffen, dass die Marktakteure und die Politik die Risiken schneller erkennen und handeln, als es in der Vergangenheit der Fall war.

Die Zeit für Reaktionen ist knapp, daher ist es essentiell, dass die notwendige Transformation des Strommarktes schnellstmöglich angegangen wird, um die Stabilität der Energieversorgung und das Ziel der Energiewende zu sichern. Das genossenschaftliche und unabhängige Energieunternehmen KWG macht öffentlich auf die Risiken aufmerksam und steht bereit, um Lösungen mitzugestalten.

In der folgenden Tabelle sind die Daten zu den negativen Strompreisen der letzten Wochen aufgeführt:

| Datum | Anzahl der Stunden mit negativen Strompreisen |
|————|———————————————|
| April 2024 | 10 Stunden |
| Mai 2024 | 14 Stunden |
| Juni 2024 | 0 Stunden |

Es zeigt sich also, dass das Phänomen der negativen Strompreise seit April zunehmend präsent ist und ein ernstzunehmendes Problem für die Energiewende darstellt.

Es bleibt zu hoffen, dass Marktakteure, Politik und Energieunternehmen gemeinsam Lösungen erarbeiten, um die Energiewende in Österreich voranzutreiben und die Stromversorgung langfristig zu sichern. Die Zeit für Maßnahmen ist knapp, daher müssen rasche Entscheidungen getroffen werden, um die Abhängigkeit von fossilen Energien zu verringern und auf erneuerbare Energien umzusteigen.



Quelle: KWG Kraftwerk Glatzing-Rüstorf / ots

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