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Arbeiterkammer fordert verpflichtende Preisangaben für Supermärkte zur Lebensmittelvergleich

Vor einem Jahr kündigte Wirtschaftsminister Martin Kocher mehr Transparenz im Lebensmittelhandel an. Dies sollte unter anderem durch die Entwicklung eines Online-Preisrechners für Grundnahrungsmittel sowie einer alternativen Vergleichs-App umgesetzt werden. Allerdings wurden diese Projekte aufgrund des angeblich hohen Verwaltungsaufwandes abgesagt. Die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) führte eine Studie im Lebensmittelhandel durch und empfahl die Etablierung von Preisvergleichs-Plattformen. Doch auch diese Empfehlungen wurden bisher nicht umgesetzt.

Die Arbeiterkammer Oberösterreich reagierte auf diese Untätigkeit und unterstützte den jungen Mühlviertler David Wurm bei der Entwicklung der Website www.preisrunter.at. Diese Plattform bietet seit November 2023 Preise von 300.000 Lebensmitteln in Österreich und Deutschland an. AK-Präsident Andreas Stangl ärgert sich über das Desinteresse der Regierung an transparenten Preisen im Lebensmittelhandel und betont die Wichtigkeit von unabhängigen Preisvergleichs-Plattformen.

Die Regierung hatte zugesagt, wesentliche Empfehlungen der BWB gesetzlich umzusetzen. Insbesondere die Verpflichtung großer Supermärkte, ihre Daten unabhängigen Preisvergleichs-Plattformen zur Verfügung zu stellen, war ein wichtiger Punkt. Bisher ist jedoch noch nichts umgesetzt worden, was die Funktionsfähigkeit und Vollständigkeit von Plattformen wie www.preisrunter.at beeinträchtigt. Stangl fordert die Bundesregierung auf, ihr Versprechen einzulösen und gesetzliche Rahmenbedingungen für Preisvergleichs-Plattformen zu schaffen.

In Zukunft wird eine dynamische Preisgestaltung im Lebensmittelhandel möglich sein, was den Preisvergleich für Konsumenten noch wichtiger macht. Durch Vergleichs-Plattformen sollen Konsumenten weiterhin die Möglichkeit haben, rationale Kaufentscheidungen zu treffen. Stangl kritisiert die Regierung dafür, dass sie die Situation für Verbraucher nicht verbessert und Empfehlungen der Bundeswettbewerbsbehörde ignoriert.

Im Folgenden finden Sie eine Tabelle mit Informationen zu Preisvergleichs-Plattformen im Lebensmittelsektor:

| Plattform | Verfügbar seit | Anzahl der gelisteten Produkte |
| ---------- | -------------- | ---------------------------- |
| www.preisrunter.at | November 2023 | 300.000 (Österreich und Deutschland) |

Es bleibt abzuwarten, ob die Regierung die Forderungen der Arbeiterkammer Oberösterreich erfüllen wird und transparente Preise im Lebensmittelhandel durch gesetzliche Rahmenbedingungen ermöglicht. Nur so können Konsumenten einen umfassenden Vergleich durchführen und von einer dynamischen Preisgestaltung profitieren.



Quelle: Arbeiterkammer Oberösterreich / ots

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