Am 23. Februar 2026 hat Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un seine Position als Generalsekretär der Arbeiterpartei offiziell bestätigt. Dies geschah im Rahmen eines Parteikongresses, der am Donnerstag vergangener Woche stattfand und an dem rund 5.000 Parteikader teilnahmen. Bei dieser Tagung wurde die „sprunghafte Steigerung“ der nuklearen Abschreckungskraft des Landes unter Kims Führung gelobt. Dennoch gibt es nur wenige Informationen über den zukünftigen Kurs der Nation, der während des Kongresses beschlossen wurde, was bei Beobachtern Besorgnis auslöst. Die Erwartungen richten sich besonders auf mögliche Hinweise von Kim bezüglich des Ausbaus des Atomwaffenprogramms, vor dem Hintergrund von Gesprächen mit den USA sowie Südkoreas Präsident Lee Jae Myung.
In jüngster Zeit hat Kim Jong Un seine Bereitschaft zu Gesprächen mit den USA bekräftigt, jedoch nur unter der Bedingung, dass Washington seine Forderung nach atomarer Abrüstung aufgibt. Diese Äußerung machte er während einer Rede vor der Obersten Volksversammlung und wurde von der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA zitiert. Kim betonte, dass Nordkorea seine Atomwaffen „niemals aufgeben“ werde, da diese für das Überleben des Regimes und die Sicherheit des Landes unverzichtbar seien. Er bezeichnete die Gesprächsangebote der amerikanischen und südkoreanischen Regierungen als unaufrichtig, da sie darauf abzielten, sein Regime zu destabilisieren.
Die militärische Aufrüstung Nordkoreas
Die Rhetorik Nordkoreas hat sich in den letzten Monaten deutlich verschärft, während das Land seine Stärke als Atommacht demonstrieren will. Kim kündigte an, das nukleare Arsenal „exponentiell“ auszubauen und testete kürzlich erneut Raketen im Japanischen Meer. Die staatliche Nachrichtenagentur veröffentlichte auch Bilder von Urananreicherungsanlagen, wodurch die Besorgnis über die militärischen Ambitionen Nordkoreas weiter zunimmt. Eric J. Ballbach von der Stiftung Wissenschaft und Politik bewertet die Entwicklungen rund um das Atomprogramm und hebt hervor, dass dieses für Nordkorea militärische, politische und wirtschaftliche Bedeutung hat.
Das Atomprogramm hat seine Wurzeln bis in die 1950er Jahre, ursprünglich zur Energiegewinnung gedacht, hat sich jedoch seit Ende der 1980er Jahre stark militarisiert. Der erste Atomtest Nordkoreas fand 2006 statt, gefolgt von fünf weiteren bis 2017. Trotz der negativen Auswirkungen internationaler Sanktionen investiert das Land weiterhin in sein Atomprogramm, da es als zentral für das Regime erachtet wird. Inzwischen sind keine internationalen Kontrollen mehr möglich; die Internationale Atomenergiebehörde hat seit 2009 keinen Zugang mehr zu den entsprechenden Anlagen.
Regionale Spannungen und internationale Isolierung
Nordkorea ist wegen seines Atomprogramms international stark isoliert und unterliegt umfassenden UN- und US-Sanktionen. In jüngsten Entwicklungen wird auch eine engere Kooperation Nordkoreas mit Russland beobachtet, was die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel weiter anheizt. Kim hat erneut betont, dass Nordkorea als Reaktion auf wahrgenommene Bedrohungen durch „US-Imperialisten“ seine militärischen Fähigkeiten kontinuierlich ausbauen werde. Die Unsicherheit über den zukünftigen Kurs des Landes bleibt, auch wenn eine friedliche Lösung von Südkoreas Präsident Lee Jae Myung angestrebt wird, der sich für einen schrittweisen Abrüstungsprozess und realistische Verhandlungsbedingungen einsetzt.