Die Niederösterreichische Landesausstellung 2026 findet vom 28. März bis 8. November 2026 unter dem Thema „Wenn die Welt Kopf steht – Mensch. Psyche. Gesundheit.“ statt. Der Veranstaltungsort erstreckt sich über das Gelände des Landesklinikums Mauer sowie 31 Gemeinden der LEADER-Region Moststraße. Mit einer Investition von etwa 43 Millionen Euro wird das Landesklinikum umfassend renoviert und modernisiert. Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner bezeichnete die Ausstellung als das wichtigste Regionalentwicklungsprojekt des Landes.

Besonders bemerkenswert ist, dass die Ausstellung erstmals mitten im Betrieb eines Klinikums durchgeführt wird. Dies spiegelt sich auch in dem Ziel der Veranstaltung wider: eine offene Diskussion über psychische Erkrankungen zu fördern, Stigmatisierung abzubauen und frühzeitige Unterstützung anzubieten. Zu den Angeboten zählen interaktive Stationen, Familienführungen und Workshops, die sich insbesondere an Kinder und Jugendliche richten.

Ein starkes Signal für die Region

Die Entscheidung für den Standort Mauer wurde bei einer Pressekonferenz von Mikl-Leitner in Anwesenheit von LAbg. Michaela Hinterholzer, Bürgermeister Christian Haberhauer und Paulus Hochgatterer bekannt gegeben. Mikl-Leitner nannte mehrere Gründe für die Auswahl: die Revitalisierung eines historischen Gebäudes, die Thematisierung eines relevanten Gesellschaftsthemas und die starke Unterstützung durch die 31 Gemeinden, die insgesamt rund 110.000 Einwohner repräsentieren.

Für die Ausstellung stehen rund 1.500 m² Ausstellungsfläche zur Verfügung. Sie zielt darauf ab, das Mostviertel als Gesundheitsregion zu stärken und touristische sowie wirtschaftliche Impulse zu setzen. Neben der Ausstellung wird ebenfalls ein Gedenkort für NS-Medizinverbrechen beim Friedhof des Klinikums im Frühherbst 2026 eröffnet, was die Bedeutung des Themas psychische Gesundheit unterstreicht.

Gesundheit als zentrales Thema

Der gesellschaftliche Umgang mit psychischen Erkrankungen wird laut dem wissenschaftlichen Leiter der Ausstellung, Armin Laussegger, seit 250 Jahren kontinuierlich hinterfragt und verändert. Die WHO hat in einer umfassenden Studie hervor gehoben, dass psychische Beschwerden zwischen einem Drittel und der Hälfte der Menschen, die primäre Gesundheitsversorgung in Anspruch nehmen, betreffen. Allerdings bleibt in vielen Fällen eine mangelnde Behandlung und stigmatisierende Haltungen bestehen, was den Zugang zu Hilfe erschwert.

Drei zentrale Strategien zur Verbesserung der psychischen Gesundheitsversorgung umfassen die Förderung der Ausbildung von Fachkräften, die Stärkung von Verbindungen zwischen der primären und fachärztlichen Versorgung sowie die Förderung von Partnerschaften mit anderen Sektoren. Diese Maßnahmen sind entscheidend, um die Herausforderungen anzugehen, die die systematische Unterstützung von Menschen mit psychischen Erkrankungen betreffen.

Diese Initiativen und der Fokus auf psychische Gesundheit sind nicht nur für die Ausstellung von Bedeutung, sondern auch für die gesamte Region, die durch die Landesausstellung von einer stärkeren Sichtbarkeit und einem besseren gesellschaftlichen Diskurs über psychische Gesundheit profitieren wird. Wie Christian Haberhauer betonte, ist das Thema Gesundheit von großer Bedeutung für die Stadt und die Region.