Am 18. März 2026 haben nigerianische Truppen im nordöstlichen Bundesstaat Borno nach intensiven Kämpfen rund 80 islamistische Rebellen getötet. Der Angriff wurde durch Luftunterstützung verstärkt und richtete sich gegen Militante, die zuvor einen Militärstützpunkt angegriffen hatten. Unter den getöteten Rebellen befinden sich auch hochrangige Kommandanten. Dieser militärische Erfolg folgt auf eine Reihe von Selbstmordanschlägen, die am Montag in Maiduguri, der Hauptstadt von Borno, stattfanden und bei denen 23 Menschen starben und über 100 verletzt wurden.
Die jüngsten intensiven militärischen Auseinandersetzungen sind Teil einer anhaltenden Eskalation von Angriffen, die vor allem auf militärische Ziele in Nigeria abzielen. Boko Haram und der Islamic State West Africa Province (ISWAP) haben in den letzten Wochen verstärkt Militärbasen angegriffen. Nigeria, das größte Land Afrikas und ein bedeutender Ölproduzent, sieht sich seit Jahren einem islamistischen Aufstand gegenüber, der 2009 begann und vor allem im Zentrum dieser Gewalt, dem Bundesstaat Borno, seine Ursprünge hat.
Konflikt zwischen Boko Haram und ISWAP
Die Auseinandersetzungen im Sahel, insbesondere die Rückkehr von Boko Haram, stellen eine erhebliche Bedrohung für die Sicherheit in der Region dar. Boko Harams Einfluss hatte in den späten 2010er Jahren abgenommen, doch die Gründung von ISWAP als Abspaltung 2016 hat zu einem Machtkampf zwischen diesen Gruppen geführt. Beide kämpfen um territoriale Vorherrschaft und versuchen, ihre militärische Präsenz auszubauen. Dies hat zu einem Anstieg der gewaltsamen Auseinandersetzungen im Nordosten Nigerias geführt, wo in den letzten Monaten zahlreiche Zivilisten, insbesondere Frauen und Kinder, entführt wurden.
Laut Berichten hat die nigerianische Regierung im November 2025 ihre nationalen Gegenterrorismusoperationen verstärkt, um den zunehmenden Angriffen von Boko Haram und ISWAP entgegenzuwirken. Ende 2025 wurde von zahlreichen getöteten Dschihadisten, Festnahmen und geretteten Opfern berichtet. Doch trotz dieser militärischen Erfolge gab es zunehmende Kritik an den Luftangriffen, die oft zivilen Opfern forderten.
Internationale Auswirkungen und politische Reaktionen
Die aktuellen Entwicklungen könnten auch politische Konsequenzen für Nigeria auf internationaler Ebene haben. US-Präsident Donald Trump hat in den letzten Wochen militärische Maßnahmen gegen Nigeria angedroht, insbesondere aufgrund von Berichten über die Tötungen von Christen durch Dschihadisten. Während Boko Haram häufig Militär und Regierung als Ziel hat, kommen die meisten Opfer von Anschlägen tatsächlich aus der muslimischen Bevölkerung. Eine stärkere Präsenz von Boko Haram könnte Trump zusätzliche Anreize geben, Nigeria politisch oder militärisch anzugreifen, was die bereits angespannte Situation weiter verschärfen könnte.
In den letzten Monaten kam es zu zahlreichen Angriffen auf Militärbasen im Nordosten, wobei Soldaten und hochrangige Offiziere getötet wurden. Koordinierte Angriffe führten zur Zerstörung militärischer Ausrüstung und zur Erbeutung von Waffen und Fahrzeugen. Die zunehmende Gewalt hat die Effektivität der gemeinsamen Sicherheitsmaßnahmen der Anrainerstaaten im Tschadbecken beeinträchtigt und das Sicherheitsumfeld weiter destabilisiert.



