Die politische Arena in Österreich bereitet sich auf die Bundespräsidentenwahl im Herbst 2028 vor. Der langjährige Landeshauptmann des Burgenlands, Hans Niessl, hat erklärt, seine Ambitionen für das Präsidentenamt bekunden zu wollen. In einer umfassenden Überlegung zu seinem Amtsverständnis betont Niessl, dass er die Hofburg „durchlüften“ möchte, um den direkten Kontakt zu den Menschen im Land zu stärken. Er kritisiert die bisherige Praxis, sich lediglich bei Festspielen in Salzburg, Bregenz und Mörbisch zu zeigen und plant, einmal pro Monat ein Bundesland zu besuchen. Die nächste Bundespräsidentenwahl ist für den Oktober 2028 angesetzt, wobei Alexander Van der Bellen nach zwei Amtszeiten nicht erneut antreten kann. Laut der Kleinen Zeitung will Niessl beim kommenden Wahlprozess mehr Nähe zur Bevölkerung suchen, unter anderem durch regelmäßige Treffen mit dem Gemeinde- und Städtebund.

Mit Doris Bures hat die SPÖ bereits eine prominente Kandidatin ins Spiel gebracht, die als erfahren und respektiert gilt. Bures, die Dritte Nationalratspräsidentin, könnte möglicherweise die erste Frau in der Hofburg werden und erhält Unterstützung von der Wiener Landespartei. Diese Weichenstellungen sind nur ein Teil der dynamischen Entwicklungen im Vorfeld der Wahl. Der FPÖ plant ebenfalls, einen eigenen Kandidaten zu nominieren. Parteichef Herbert Kickl, der derzeit im APA-Interview von einem „Joker“ spricht, wird jedoch nicht selbst antreten. Konkrete Namen sind bisher noch nicht gefallen, aber Walter Rosenkranz und Norbert Hofer wurden als mögliche Anwärter ins Gespräch gebracht. Laut oe24 sind derzeit auch die Chancen für einen Kandidaten der ÖVP unklar, während Christian Stocker als möglicher Anwärter gilt, dessen Wechsel von der Kanzlerschaft zur Hofburg jedoch als unwahrscheinlich eingeschätzt wird.

Wettbewerb unter den Parteien

In der realpolitischen Auseinandersetzung könnte auch die Grüne Partei mit Werner Kogler oder Rudi Anschober ins Rennen gehen. Insidern zufolge könnte Anschober als Favorit gelten, jedoch steht er vor der Herausforderung finanzieller Einschränkungen innerhalb der Partei, die eventuell die Unterstützung für Bures in Betracht zieht. Unabhängig von den genannten Parteien ist die FPÖ in einer starken Position, auch wenn sie aufgrund einer Koalition aus ÖVP, SPÖ und NEOS bei der Nationalratswahl 2024 keine Regierungsbeteiligung hat. Kickl sieht dennoch optimistisch in die Zukunft und meint, dass eine stärkere Stimme der FPÖ zu erwarten ist. In Umfragen erreicht die FPÖ bis zu 35 Prozent, was die zu erwartenden Kandidierenden zu einem spannenden Rennen anregen dürfte. Die Erwartungen an die bevorstehenden Untersuchungsausschüsse, besonders zu den Themen Pilnacek und Coronamaßnahmen, könnten die politische Landschaft weiterhin beeinflussen.

Währenddessen zeigt Kickl, der sich als „Volkskanzler“ positioniert, großes Interesse daran, die Machtverhältnisse im Land zugunsten der Bürger neu zu ordnen. Darüber hinaus äußert er sich kritisch zu schnellen Entscheidungen in der Russland-Politik und ruft zur Stärkung der österreichischen Neutralität auf, während er ein geändertes Machtverhältnis in Europa anstrebt. Die Erwartungen sind groß, was die kommende Präsidentschaftswahl angestoßen wird, und die Akteure sind bereit, ihre strategischen Positionen zu festigen. Kickl plant, das Thema der Bundespräsidentenwahl nicht zu ignorieren, zeigt sich aber vage in Bezug auf die möglichen Kandidaten, die Van der Bellen nachfolgen könnten. Laut Mein Bezirk wird die ganze politische Landschaft bis zur Wahl sicherlich noch zahlreiche Wendungen durchlaufen, die sowohl strategische als auch unerwartete Änderungen mit sich bringen könnten.