Niederösterreich

Tierwohl im Fokus: Kontrollen am Tierhaltungsbetrieb enthüllen Widersprüche

Tiefe Einblicke in die Praktiken und Herausforderungen der heimischen Tierhaltung

Gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer Niederösterreich begaben sich Journalistinnen und Journalisten auf eine fachliche Reise in die Welt der heimischen Tierhaltung. Dabei wurde nicht nur gezeigt, dass Tierhalterinnen und Tierhalter in Generationen denken, sondern auch, dass sich der Wunsch nach Tierwohl nicht immer im Kaufverhalten widerspiegelt.

Das Thema Tierwohl ist in der öffentlichen Wahrnehmung in den vergangenen Jahren immer wichtiger geworden. Die Art und Weise der Tierhaltung beschäftigt die Menschen zunehmend. Kontrollen spielen eine wichtige Rolle bei der Schaffung eines Qualitätsnachweises für Handel, Gastronomie und Konsumenten. Über 1.000 Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter nahmen an der Veranstaltungsreihe "Kontrollen am Tierhaltungsbetrieb" teil, um sich über aktuelle Kontrollstandards zu informieren.

Eine aktuelle Umfrage des Marktforschungsinstituts "Keyquest" zeigt, dass viele Österreicherinnen und Österreicher sich zwar für mehr Tierwohl aussprechen, aber nur wenige bereit sind, für die Qualität zu bezahlen. Tierhaltungsbetriebe sehen hingegen Qualitäts- und Tierwohl-Programme als Chance zur Zukunftssicherung. Die Zahlungsbereitschaft bei Tierwohl-Produkten ist ausbaufähig, aber Planungssicherheit und die Abgeltung von Mehrkosten sind Voraussetzungen dafür.

Bezogen auf die Investitionsbereitschaft in höhere Tierwohlstandards zeigen Daten aus dem Zeitraum 2014 bis 2022, dass 87 Prozent aller Tierhaltungsbetriebe freiwillig in Stallungen mit höheren Tierwohlstandards investieren. Allerdings zeigt sich insbesondere im Schweinebereich, dass eine harte Marktsituation die Investitionsfreude beeinträchtigen kann.

Die Politik muss langfristige Rahmenbedingungen schaffen und sich zur Rechtssicherheit bekennen, um die Tierhaltung in Österreich zu gewährleisten und zu unterstützen. Transparenz und Vertrauen sind entscheidend, damit sowohl Bäuerinnen und Bauern als auch Konsumentinnen und Konsumenten ihren Teil dazu beitragen können, das Wohl der Tiere zu gewährleisten. Es besteht das Bedürfnis nach besserer Abgeltung für die Erfüllung höchster Standards, um Höfe vor dem Aufgeben zu bewahren.

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