Am Montag, dem 18. Juni 2025, öffnete die Landesberufsschule Stockerau ihre Türen für etwa 110 Schülerinnen aus drei Mittelschulen im Rahmen des „Tech-Dating“-Formats des Landes Niederösterreich. Ziel dieser Veranstaltung ist es, Mädchen für technische Berufe zu begeistern und ihnen Einblicke in verschiedene technische Lehrberufe zu ermöglichen. Die Initiative soll dem Fachkräftemangel in der technischen Branche entgegenwirken. Bildungs-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister betonte die Notwendigkeit von Frauen in diesen Berufen und verwies auf die geschlechtsspezifische Ungleichverteilung, die besorgniserregend ist. So sind 72,5 % der Lernenden an technischen Höheren Schulen männlich, während nur 3,2 % der weiblichen Lehrlinge sich für Metalltechnik entscheiden, trotz guter Verdienstmöglichkeiten.

Die Veranstaltung, die bereits die 17. ihrer Art ist und von der Abteilung Familien und Generationen des Landes NÖ in Kooperation mit der Bildungsdirektion NÖ organisiert wird, beinhaltete eine Rätselrallye mit sechs niederösterreichischen Unternehmen, darunter die Hochenthanner GmbH, Bühler Wafer Solutions und Austrian Airlines. Unter Anleitung weiblicher Lehrlinge erkundeten die Schülerinnen die Werkstätten der Landesberufsschule Stockerau, während Direktor Helmut Blamauer das Ausbildungsangebot präsentierte, das unter anderem Elektrotechnik und Luftfahrzeugtechnik umfasst.

Mangel an weiblichen Fachkräften

Trotz des Fachkräftemangels in der technischen Branche und in MINT-Berufen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) sind Männer in diesen Bereichen nach wie vor stark vertreten. Der Mangel an weiblichen Fachkräften stellt ein bedeutendes Problem dar, da technische Berufe nicht nur Fortschritte in diversen Lebensbereichen ermöglichen, sondern auch hervorragende Karrierechancen und hohe Einkommen bieten. So zeigt sich auch im Rahmen des Girls’Day, dass Unternehmen zahlreiche Plätze in technischen Berufen für Schülerinnen anbieten und die Frauenquote in diesen Berufsfeldern stetig ansteigt. Beispielsweise hat sich die Anzahl der Fachinformatikerinnen für Systemtechnik seit 2004 um 245 % erhöht.

Eine Ähnlichkeit in den Zielen der Veranstaltungen, wie die von der Landesberufsschule Stockerau und dem Girls’Day, ist die Förderung von Mädchen und Frauen in typischerweise männlich dominierten Berufsfeldern. Diese Initiativen helfen, die sozialen und kommunikativen Kompetenzen der Mädchen zu fördern, die oft als Stärke in technischen Berufen angesehen werden. Der Druck, die Gleichberechtigung auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern, wächst. Gleichzeitig betonen Experten die Wichtigkeit, Mädchen frühzeitig für technische Mangelberufe zu sensibilisieren.

Die Perspektiven für Mädchen

Der demografische Wandel trägt dazu bei, dass die erwerbsfähige Bevölkerung abnimmt und der Anteil der Rentner in der Gesellschaft steigt. Dies führt zu einem erhöhten Bedarf an Fachkräften in zahlreichen technischen Bereichen, wie dem Bau- und Metallsektor, der Informations- und Kommunikationstechnologie sowie im Maschinen- und Automobilbau. Trotz der bereits steigenden Zahlen von Frauen in technischen Berufen bleibt eine hohe Barriere bestehen: Mädchen neigen dazu, „frauentypische“ Berufe mit schlechteren Löhnen zu wählen.

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Um die Situation zu ändern, wird empfohlen, dass Unternehmen motivierten Nachwuchs frühzeitig kennenlernen und für eine Lehre gewinnen können. Die nächsten Schritte zur Stärkung der Frauen in technischen Berufen schließen weitere Events wie das Tech-Dating am 13. Oktober 2025 in der Landesberufsschule Lilienfeld ein. Mit der richtigen Unterstützung und Vorbildern können Mädchen die gleichen Karrierechancen wie Burschen ergreifen.

Insgesamt bleibt festzuhalten, dass die Nachfrage nach gut ausgebildeten Fachkräften in technischen Berufen weiter steigt und es für Mädchen tatsächlich beste Aussichten gibt, wenn sie sich entscheiden, diesen Weg zu gehen. Dies zeigt, dass Frauen dasselbe Potenzial in Mathematik, Technik und Handwerk haben wie ihre männlichen Kollegen, sobald sie die nötige Unterstützung und Gelegenheiten erhalten.

Für weitere Informationen: ots.at, linkedin.com, diversity-schweiz.ch.