In der Römerstadt Carnuntum, einem zentralen Forschungsstandort für die Archäologie der römischen Antike im Bezirk Niederösterreich, wird ein modernes Grabungsgebäude errichtet. Dies berichtet noe.gv.at. Der Neubau ersetzt ein altes Holzgebäude, welches aufgrund massiver Abnutzungs- und Feuchtigkeitsschäden nicht mehr tragbar war. Mit einer Investition von rund 690.000 Euro durch das Land Niederösterreich wurde der Abbruch und Neubau realisiert.

Das neue Grabungsgebäude wird eine wesentliche Rolle für die Verbesserung der Arbeitsabläufe und der Forschungsqualität in Carnuntum spielen. Die moderne Infrastruktur soll den Archäologen zeitgemäße Rahmenbedingungen bieten. Die Ausstattung umfasst Büroräume, Flächen zur Fundbearbeitung und Erstinventarisierung sowie Aufenthaltsräume und Lagerflächen für Grabungs- und Vermessungsequipment.

Bedeutung des Standortes

Carnuntum hat eine lange Geschichte als bedeutende antike Siedlungsagglomeration. Die archäologischen Funde aus der Region, die ins 1. bis 5. Jahrhundert nach Christus datiert werden, zeugen von einer dynamischen Vergangenheit. Laut oeaw.ac.at wird die Region seit dem 16. Jahrhundert auf vielfältige Weise wissenschaftlich erforscht und ist ein kulturelles Ausflugsziel.

Die Sammlung, die unter der Leitung von Dr. Eduard Pollhammer steht, umfasst rund 2,6 Millionen Objekte, viele davon stammen direkt aus Carnuntum. Diese reichen von Steindenkmälern über eine umfangreiche numismatische Sammlung bis hin zu Glyptik mit ca. 2.000 Gemmen und Kameen. Die Sammlung wird aktiv durch zahlreiche Publikationen und Kooperationen gefördert, beispielsweise im Projekt „Polychromon Colours revealed“, das sich mit antiken Farbsymboliken beschäftigt.

Neue Möglichkeiten für die Forschung

Mit dem Neubau des Grabungsgebäudes in Carnuntum wird nicht nur die Recherche und Aufbereitung von Funden effizienter gestaltet, sondern auch der Austausch und die Zusammenarbeit innerhalb der wissenschaftlichen Gemeinschaft gestärkt. Neben der archäologischen Forschung bietet Carnuntum auch Einblicke in antike Bauweisen und Alltagskultur, was die Region zu einem wichtigen Forschungsstandort für historische Archäologie macht.

Die Initiative zur Neugestaltung der Infrastruktur kommt sowohl den Forschern als auch den Besuchern zugute und ermöglicht die Darstellung der umfangreichen Funde und der schönen Kulturlandschaft. Das Land Niederösterreich setzt mit dieser Investition ein klares Zeichen für die Erhaltung und Förderung des kulturellen Erbes. Mehr Informationen zur römischen Archäologie in der Region bietet landessammlungen-noe.at.