Die Festspiele Reichenau, unter der künstlerischen Leitung von Maria Happel, feiern im Jahr 2026 ein ganz besonderes Jubiläum: 100 Jahre Theater Reichenau. Vom 1. Juli bis 2. August 2026 wird das führende Sprechtheaterfestival im deutschsprachigen Raum mit einem umfangreichen Programm aufwarten. Im letzten Jahr konnten die Festspiele eine beeindruckende Auslastung von 91 % verzeichnen, und Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner hob die Bedeutung des Theaters für die Region hervor. Ziel für die aktuelle Saison ist eine Auslastung von 95 bis 100 Prozent, was angesichts der rund 41.000 verfügbaren Karten für 130 Vorstellungen durchaus realistisch erscheint. Der Kartenverkauf beginnt für Mitglieder am 14. Jänner, während der allgemeine Verkauf ab dem 11. Februar 2026 startet.

Das Programm konzentriert sich im Jubiläumsjahr auf österreichische Autoren der Jahrhundertwende sowie auf Themen der Erinnerungskultur und Familienförderung. Als Auftakt des Festivals wird Johann Strauß’ bekannte Operette „Die Fledermaus“, in einer Bearbeitung von Nils Strunk und Lukas Schrenk, am 1. Juli im Großen Saal des Theaters präsentiert. Auch die Premiere von Arthur Schnitzlers „Reigen“ wird am 2. Juli im Neuen Spielraum gefeiert.

Vielfältiges Programm mit prominenten Werken

Neben den genannten Stücken werden weitere spannende Premieren im Rahmen der Festspiele stattfinden. Am 4. Juli wird Joseph Roths „Die Legende vom heiligen Trinker“ uraufgeführt, gefolgt von Stefan Zweigs „Vierundzwanzig Stunden aus dem Leben einer Frau“ ab 5. Juli und der Kindertheaterproduktion „Der kleine Prinz“ ab dem 10. Juli, inszeniert von Johanna Arrouas. Ein besonders interessantes Highlight ist die szenische Lesung „Die letzten Tage“ von Martin Prinz, die über vier Vorstellungen hinweg angeboten wird.

Ergänzend zu den Produktionen werden auch Lesungen aus Werken bekannter Autoren stattfinden, darunter Thomas Bernhards „Meine Preise“ am 11. Juli und eine Nestroy-Lesung, die am 12. Juli von Michael Niavarani präsentiert wird. Die Festspiele Reichenau versprechen somit ein unterhaltsames wie auch tiefgründiges Erlebnis für Theaterliebhaber.

Finanzierung und Ausblick

Das Gesamtbudget für die Festspiele liegt bei etwa 4,7 Millionen Euro, wobei 1,6 Millionen Euro vom Land Niederösterreich und 120.000 Euro von der Gemeinde bereitgestellt werden. Die Preise für die Karten steigen aufgrund der Inflation um 7 bis 8 Prozent, was jedoch nicht von der hohen Nachfrage abhalten sollte. Für Festivalbesucher, die sich auf die Aufführungen im Kurpark Reichenau, dem Südbahnhotel Semmering oder den Spielstätten im Theater Reichenau freuen, bleibt die Vorfreude auf ein bereicherndes kulturelles Erlebnis ungebrochen.

Für mehr Informationen über die Theatergeschichte und deren Einflüsse auf die heutige Kultur bietet das Buch „Theater in Böhmen, Mähren und Schlesien: Von den Anfängen bis zum Ausgang des 18. Jahrhunderts“ wertvolle Einblicke. Dieses Werk ist eine ausgezeichnete Ressource für alle, die tiefer in die Theatergeschichte eintauchen möchten und auch für ein nicht-tschechischsprachiges Publikum zugänglich ist, was durch die Open Access-Verfügbarkeit erleichtert wird.

Das Jubiläum der Festspiele Reichenau vermischt somit Tradition mit innovativen Ansätzen und wird sicherlich ein Höhepunkt in der kulturellen Landschaft des Jahres 2026 sein.