Das Waldviertler Biomasseheizkraftwerk G11 hat eine Sanierung eingeleitet, nachdem es im November 2025 ein Insolvenzverfahren mit Eigenverwaltung beantragte. Grund für diesen Schritt waren defizitäre Produktionsbedingungen, die vor allem durch ungünstige Preisregelungen in den Verträgen für Strom- und Wärmelieferungen bedingt waren. Wie 5min.at berichtet, haben die Gläubiger den vorgelegten Sanierungsplan angenommen, der eine Rückzahlungsquote von 30 Prozent der Forderungen vorsieht.

Von insgesamt 150 Gläubigern meldeten diese Forderungen in Höhe von 6,5 Millionen Euro an. Davon wurden 2,2 Millionen Euro anerkannt. Ein erheblicher Teil der ausstehenden Forderungen stammt aus einem nachrangigen Darlehen. Der Sanierungsplan ermöglicht die Fortführung des Biomasseheizwerks und stellt somit die Möglichkeit einer geordneten Rückzahlung an die Gläubiger sicher.

Wirtschaftliche Herausforderungen und Ausblick

Das Unternehmen G11 Unternehmensverbund AG, Betreiber des Biomasseheizkraftwerks, sieht sich besonderen Herausforderungen gegenüber. Laut Kurier hat das Geschäftsmodell der reinen Energieproduktion durch Biomasse unter den aktuellen Regelungen in der Ökostromvergütung gelitten. Um die Effizienz zu steigern, hat das Unternehmen ein neues Konzept entwickelt, um vorhandene Ressourcen und Reststoffe besser zu nutzen. Geplant ist, das Betriebsareal in Gmünd (NÖ) um 14 Hektar zu erweitern.

Die warmen Temperaturen haben die Produktion erheblich belastet, jedoch gibt es durch die kalte Witterung Hoffnungen auf eine positive Geschäftsentwicklung. Laut Stephan Mazal von Creditreform könnte der Umsatz durch die vermehrte Nachfrage nach Wärme steigen.

Sanierungsplan und Rückzahlungsmodalitäten

Im Rahmen des Sanierungsverfahrens wurde den Gläubigern eine Rückzahlungsfrist eingeräumt: 10 Prozent der Rückzahlung müssen bis zum 4. März 2026 als Barquote beim Sanierungsverwalter eingezahlt werden, die restlichen 20 Prozent sind binnen eines Jahres fällig. Industriemagazin erklärt, dass ein Sanierungsplan ein zentrales Element des Verfahrens ist. Dieser muss von der Mehrheit der anwesenden, stimmberechtigten Gläubiger angenommen werden, um eine gerichtliche Bestätigung zu erhalten und das Insolvenzverfahren zu beenden.

Die G11 Unternehmensverbund AG beschäftigt derzeit 15 Mitarbeiter und produziert Strom und Wärme, wobei der Großteil des erzeugten Stroms an AVIA und ein Teil an MAGNA Cartech in Tschechien verkauft wird. Zudem wird die produzierte Wärme fast vollständig an Kelag für deren Fernwärmenetz geliefert.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die aktuellen Entwicklungen eine Chance für das Waldviertler Biomasseheizkraftwerk darstellen, um sich durch effektive Sanierungsmaßnahmen und unter Berücksichtigung der Marktentwicklungen neu aufzustellen.