
Im Rahmen des Gesundheitsplans für Niederösterreich, bekannt als „Gesundheitspakt 2040“, steht eine umfassende Reform der Spitalslandschaft bevor. Laut 5min.at wird das Landesklinikum Weinviertel Süd-West die Krankenhäuser in Hollabrunn, Korneuburg und Stockerau zusammenfassen, was zu einer deutlichen Reduktion der Notarztstandorte führen wird. Diese sinken von 32 auf 21. Das Konzept zur Umsetzung dieser Maßnahmen soll noch in dieser Woche von der Landesregierung und dem Landtag beschlossen werden.
Für die geplante Struktur sind zwei Zentralkliniken in St. Pölten und Wiener Neustadt vorgesehen, während regionale Häuser erweiterte Erst- und Akutversorgung sowie Fachspezialisierungen anbieten sollen. Die Standorte für regionale Schwerpunktfunktionen sind unter anderem Zwettl, Horn, Amstetten, Krems, Tulln, Baden, Mödling und Mistelbach. Im Weinviertel wird das Landesklinikum eine moderne medizinische Einrichtung darstellen, während an weiteren Standorten, wie dem Medizinischen Zentrum Gänserndorf und in Gmünd, neue Primärversorgungseinheiten und Gesundheitskliniken errichtet werden.
Modernisierung der Gesundheitsversorgung
Die Reform wird von einem hochkarätigen Vorstandstrio der NÖ Landesgesundheitsagentur (LGA) geleitet, zu dem Elisabeth Bräutigam, Gerhard Dafert und Bernhard Kadlec gehören. Bräutigam, die seit dem 1. September 2024 im Amt ist, hebt hervor, dass die Umsetzung des Gesundheitspakts eine ihrer wesentlichen Aufgaben sein wird. Sie betont, dass dies kein Einsparungsprojekt ist, sondern auf Ressourcenbündelung abzielt, um die hochwertige medizinische Versorgung in der Bevölkerung sicherzustellen. Nach dem Amtsantritt von Dafert und Kadlec im März 2025 liegt der Fokus auf Personalfindung und der Digitalisierung der Gesundheitsangebote, wie heute.at berichtet.
Die Reform sieht auch die Gründung von Primärversorgungseinheiten vor, die als regionale Gesundheitszentren mit erweiterten Leistungen fungieren sollen. Damit können kürzere Wartezeiten und eine wohnortnahe Versorgung erreicht werden. Über 50 Experten arbeiten derzeit an Details der Umsetzungen, und eine öffentliche Präsentation ist für Ende März geplant.
Strategien zur Anpassung an demographische Veränderungen
Neben den bereits genannten Reformen wird auch das Thema Digitalisierung großgeschrieben. Die Gesundheitsreform umfasst den Ausbau digitaler Angebote und die Einführung elektronischer Patientenakten. Diese Maßnahmen dienen dazu, die Struktur der Spitäler zu modernisieren und die Belastungen durch überfüllte Einrichtungen zu verringern. Ein zentraler Aspekt der Reform ist die finanzielle Unterstützung, die in den nächsten fünf Jahren über 14 Milliarden Euro beträgt, um eine langfristige und nachhaltige Verbesserung des Gesundheitssystems zu erreichen, wie sozialministerium.at hervorhebt.
Die Herausforderungen, die durch den demographischen Wandel entstehen, erfordern eine neue Strategie im Gesundheitswesen. Landesrat Ludwig Schleritzko betont, dass die LGA gut aufgestellt sei, um diese Herausforderungen zu meistern und die Qualität der Gesundheitsversorgung auch in Zukunft sicherzustellen. Die Maßnahmen des Gesundheitspakts und die damit verbundene Strukturreform markieren den größten Umbau im österreichischen Gesundheitswesen seit Jahrzehnten.
Ort des Geschehens
Details zur Meldung