Am 1. Oktober 2025 bringt der Historiker und Journalist Martin Haidinger sein neues Buch mit dem Titel „… und dann wurden sie Nazis“ heraus. Dieses Werk thematisiert die weitreichenden Auswirkungen von Führerkult, Populismus und Nationalismus auf junge Menschen. In eindrucksvollen Beiträgen berichten Zeitzeuginnen und Zeitzeugen von ihrer Faszination für den Nationalsozialismus und der Rolle, die sie im NS-Regime spielten.

Das Buch behandelt nicht nur den Aufstieg des Nationalsozialismus, sondern auch den Widerstand gegen das Regime. Haidinger stellt die Fragen nach dem Warum und Wie, die gerade in der heutigen Zeit von Bedeutung sind. Eine öffentliche Buchpräsentation findet am Dienstag, den 7. Oktober, um 18.30 Uhr im Museum Niederösterreich statt. Haidinger wird dabei mit Christian Rapp, dem Leiter des „Haus der Geschichte“, diskutieren. Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei und Interessierte können online Gratistickets buchen.

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Buchpräsentation im Zusammenhang mit aktuellen Ausstellungen

Die Buchpräsentation ergänzt die Sonderausstellung „Kinder des Krieges – Aufwachsen zwischen 1938 und 1955“, die ebenfalls im Museum zu sehen ist. Darüber hinaus wird die Wanderausstellung „Hitlers Exekutive. Die österreichische Polizei und der Nationalsozialismus“ vom 4. Oktober bis 22. Februar 2026 gezeigt. Diese Ausstellung, die vom Bundesministerium für Inneres initiiert wurde, untersucht die Rolle der Polizei in der NS-Diktatur. Wissenschaftlich geleitet wird sie von Barbara Stelzl-Marx, mit Martina Zerovnik als Kuratorin.

Besucher, die ein Gratisticket erhalten, können zwischen 17 und 18.30 Uhr die Ausstellungen „Kinder des Krieges“ und „Hitlers Exekutive“ besuchen. Diese Verbindung von Buch, Präsentation und Forschung vermittelt ein tieferes Verständnis für die Thematik des Nationalsozialismus und die Mobilisierung populistischer Kräfte.

Der Führerkult als kulturelles Phänomen

Die Wurzeln des Führerkults reichen bis in die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg zurück. Adolf Hitler, zunächst bekannt als Redner im konservativ-völkischen Milieu in München, fand Vertrauen bei einer Bevölkerung, die unter der Niederlage und der wirtschaftlichen Not litt. Er kritisierte die Juden sowie die Siegermächte und gewann mit seinen Reden die Massen. Diese Inhalte bildeten die Grundlage für den späteren Führerkult, der ab 1933 zum zentralen Element des nationalsozialistischen Staates wurde. Der Mythos um Hitler wurde durch öffentliche Masseninszenierungen und politische Erfolge stabilisiert und entwickelte sich zu einem Symbol der „nationalen Erlösung“.

Der Führerkult ließ sich im Alltag durch Gesten wie den Hitler-Gruß und die Umbenennung von öffentlichen Einrichtungen niederlegen. Trotz seines Suizids im Jahr 1945 bleibt die Verehrung für Hitler in Teilen der rechtsextremen Szene bis heute lebendig. Aktuelle Diskussionen über Populismus und Nationalismus verweisen auf diese historischen Strukturen und die Rhetorik, die damals wirksam war, wie Andrea D’Ono berichtet. Er ist Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Neapel und betont die Relevanz dieser Themen für die gegenwärtige politische Realität.

Mit Haidingers Buch wird ein weiterer Schritt unternommen, um die komplexen Zusammenhänge und die Geschichte des Nationalsozialismus verständlich zu machen. Die Veranstaltung im Museum bietet einen geeigneten Rahmen für eine Auseinandersetzung mit dieser dunklen Vergangenheit.