Die Landeshauptfrau von Niederösterreich, Johanna Mikl-Leitner, empfing kürzlich den neuen US-Botschafter Art Fisher im Niederösterreichischen Landhaus. In dem Gespräch wurden die über 80-jährige Freundschaft und die Zusammenarbeit zwischen Niederösterreich und den USA hervorgehoben. Mikl-Leitner betonte die USA als den wichtigsten Handelspartner des Bundeslandes außerhalb Europas und wies darauf hin, dass im ersten Halbjahr 2025 die Exporte Niederösterreichs in die USA bei 725 Millionen Euro und die Importe bei 499 Millionen Euro lagen. Dies ergibt einen Handelsbilanzüberschuss von rund 227 Millionen Euro.

Die Landeshauptfrau sprach zudem die Herausforderungen durch Zölle an und forderte einen verlässlichen, regelbasierten Handel. Eine bedeutsame Plattform für den transatlantischen Austausch wird das Europa-Forum Wachau sein, das sich im Rahmen seiner Jubiläumsveranstaltung mit dieser Thematik auseinandersetzt.

Stärkung der wirtschaftlichen Beziehungen

Die Exportdynamik Niederösterreichs hat im Jahr 2023 eine neue Höchstmarke erreicht, indem erstmals 30 Milliarden Euro Warenexportwert überschritten wurden. Allerdings hat sich die Exportdynamik anschließend etwas verlangsamt. Rund 70 Prozent des Gesamtexports gehen dabei in die zehn wichtigsten Exportmärkte. Während Deutschland mit über 26 Prozent nach wie vor der wichtigste Exportmarkt bleibt, verfolgen die USA als einziger Fernmarkt unter den Top 10 ebenfalls einen wichtigen Platz.

Die US-amerikanische Zusammenarbeit wird durch gemeinsame Forschungsinitiativen wie das ISTA-USA-Programm weiter gefördert, was den wissenschaftlichen Austausch in Bereichen wie Biochemie und Künstlicher Intelligenz (KI) stärkt. Im Rahmen der Industriestrategie 2035 investiert das Land in KI- und Dateninnovationen, die in der industriellen Fertigung, im Gesundheitswesen und in der öffentlichen Verwaltung eingesetzt werden.

Österreichs Handelsbeziehungen zu den USA

Der Handelsbeziehungen zwischen Österreich und Nordamerika (vor allem den USA und Kanada) haben sich traditionell als stark erwiesen. Im Jahr 2024 repräsentieren die USA und Kanada laut den aktuellen Handelsstatistiken 6,9 Prozent des österreichischen Warenhandelsvolumens, wobei etwa 92 Prozent auf die USA entfallen. Nach einem Rückgang im Jahr 2020 aufgrund der COVID-Pandemie zeigt sich ein stetiger Anstieg des Handelsvolumens mit Nordamerika. Die Schätzungen für 2023 belaufen sich auf 25,0 Milliarden Euro, mit einem Rekordwert von 26,1 Milliarden Euro im Jahr 2024.

Die USA sind der zweitwichtigste Exportmarkt für Österreich, nach Deutschland, mit 8,5 Prozent am Gesamtexport. Zudem sind sie der zweitwichtigste Importmarkt außerhalb Europas mit einem Importvolumen von 7,7 Milliarden Euro, auch wenn dies im Vergleich zu 2023 einen Rückgang von 2,6 Prozent darstellt. Vor diesem Hintergrund ist die Schaffung von neuen Geschäftschancen durch EU-Handelsabkommen von maßgeblicher Bedeutung für die Stärkung der wirtschaftlichen Verbindungen mit Nicht-EU-Ländern.

In ihrer Begegnung wurde der Botschafter auch eingeladen, US-Erfahrungen im öffentlichen Sektor zu teilen und potenzielle Kooperationsfelder wie Best-Practice-Austausch oder gemeinsame Pilotprojekte in Smart-Cities zu erforschen. Diese Gespräche sind ein Schritt hin zu einer noch stärkeren transatlantischen Zusammenarbeit, die in Zukunft weitere Erfolge versprechen könnte.

Für mehr Informationen zu den Handelsbeziehungen und dem Exportvolumen der einzelnen Sektoren können die folgenden Seiten besucht werden: NÖ Webseite, Wirtschaftsnachrichten, BMVIT Webseite.