Am 27. Jänner 2026 hat die NÖ Landesregierung einen entscheidenden Beschluss gefasst: die Einrichtung einer Beobachtungsstelle für Radikalen Islam. Diese neue Einrichtung ist ein wissenschaftlich getragenes Instrument, das in Niederösterreich als erstes Bundesland in Österreich geschaffen wurde, um Radikalisierungstendenzen frühzeitig zu erkennen und deren Entwicklungen sichtbar zu machen. Dies geschieht mit dem Ziel, eine Eskalation zu vermeiden und rechtzeitig präventive Maßnahmen zu ergreifen. Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner unterstreicht die Dringlichkeit von Wissen, Analyse und schnellem Handeln, um Radikalisierung effektiv zu bekämpfen.

Die Beobachtungsstelle wird beim Institut für Sicherheitsforschung der FH Wiener Neustadt eingerichtet und wird dem Landessicherheitsrat Bericht erstatten. Mag. Dr. Michael Fischer MSc, der Leiter der Fakultät Sicherheit, betont die Verantwortung seiner Fakultät, sicherheitsrelevante Entwicklungen zu analysieren. Für die Forschungsdienstleistungen soll ein Kooperationsvertrag zwischen der NÖ Landesregierung und der FH Wiener Neustadt abgeschlossen werden. Zudem ist eine Geschäftsstelle vorgesehen, die in der Abteilung Staatsbürgerschaft und Wahlen eingerichtet wird, um Hinweise von Bürgerinnen und Bürgern strukturiert zu sammeln. Diese Geschäftsstelle wird jedoch keine Notrufnummer sein, sondern dient als Anlaufstelle für die Weiterleitung von Verdachtsfällen.

Beirat und erste Schritte

Ein Beirat aus Experten wird ebenfalls ins Leben gerufen, um die Arbeit der Beobachtungsstelle zu unterstützen. Die vollständige Tätigkeit der Beobachtungsstelle, der Geschäftsstelle und des Beirats soll bis Ende des ersten Quartals 2026 aufgenommen werden. Damit wird ein weiterer Schritt unternommen, um der Bedrohung durch Extremismus und Radikalisierung, die die freiheitliche Demokratie gefährden, entgegenzuwirken.

Der Umgang mit Radikalität ist nicht nur in Österreich von Bedeutung, sondern erfordert eine gesamtgesellschaftliche Perspektive und umfassende Forschungsförderung, wie das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) betont. Es wird eine grundlagen- und praxisorientierte Untersuchung von Extremismus und Radikalisierung gefördert, wobei auch Handlungsempfehlungen für die Zivilgesellschaft und die Politik entwickelt werden sollen. Die thematischen Schwerpunkte liegen auf Bereichen wie Rechtsextremismus, Islamismus, Antisemitismus und Rassismus.

Veranstaltungen und Fortbildung

Zur Unterstützung der Fachkräfte, die in der Radikalisierungsprävention tätig sind, wird ein umfangreicher Veranstaltungskalender angeboten. Ab dem 11. August 2025 findet eine Sprechstunde für Fachkräfte alle zwei Wochen statt. Zu den weiteren Angeboten zählen unter anderem die Webtalkreihe „Getroffene Orte“, die lokale Strategien im Umgang mit islamistischer und rassistischer Gewalt behandelt, sowie diverse Fachtagungen und Workshops, die sich mit Radikalisierung und Präventionsmaßnahmen beschäftigen. Bereits für den 5. Februar 2026 ist die Fachtagung „Radikalisierung erkennen & begegnen“ geplant, um Fachkräfte zu sensibilisieren.

Die Entwicklung und Umsetzung präventiver Maßnahmen erfordert ein engagiertes Zusammenarbeiten auf verschiedenen Ebenen und die stetige Weiterbildung von Fachkräften. Ein Qualifizierungslehrgang für Lehrkräfte wird für April 2026 angeboten, in dem sieben Module zur Radikalisierungsprävention geschult werden. Diese Maßnahmen sind essenziell, um Wissen über die Hintergründe, Dynamiken und Formen von Gewalt und Extremismus zu erlangen und um den Herausforderungen im Zusammenhang mit Radikalisierung wirksam zu begegnen.

Um mehr über die Angebote und Entwicklungen im Bereich Radikalisierungsprävention zu erfahren, können Interessierte den Newsletter zu Radikalisierung & Prävention abonnierten, der alle sechs Wochen Informationen zu Terminen, Stellen, News und Materialien bietet. Die regelmäßige Teilnahme an Veranstaltungen und die Vernetzung mit anderen Fachkräften werden als entscheidend für die erfolgreiche Arbeit in diesem sensiblen Bereich erachtet.

Für weitere Informationen zu den Beschlüssen der NÖ Landesregierung besuchen Sie bitte NÖ.gv.at. Für den Veranstaltungskalender und weitere Details zu Fortbildungen können Sie auf bpb.de zugreifen. Informationen zur gesellschaftlichen Radikalisierung finden Sie auch unter geistes-und-sozialwissenschaften-bmftr.de.