Am 7. April 2026 fand im Bundesministerium eine Pressekonferenz statt, bei der der aktuelle Netzentwicklungsplan der Austrian Power Grid (APG) vorgestellt wurde. Laut Leadersnet stehen die Sicherstellung der Versorgungssicherheit, die Energiewende und die Wettbewerbsfähigkeit in Österreich im Fokus dieser Initiative. Der Entwurf für das Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz (EABG) wurde ebenfalls präsentiert. Dieses Gesetz soll die Genehmigung von Energieanlagen vereinfachen und Bürokratie abbauen, um den notwendigen Ausbau der Strominfrastruktur zu unterstützen.

Für die Zukunftsperspektive sieht der Plan Investitionen in Höhe von rund neun Milliarden Euro vor. Diese Gelder werden in den Um- und Ausbau der Strominfrastruktur in den nächsten zehn Jahren fließen. Die Maßnahmen, die im Netzentwicklungsplan beschlossenen wurden, sind entscheidend für die wirtschaftliche Zukunft des Landes. Schätzungen zufolge werden etwa 90.000 Arbeitsplätze geschaffen oder gesichert, was zu fiskalischen Effekten von etwa 2,8 Milliarden Euro führen wird. Dazu kommt eine Wertschöpfung von insgesamt 6,57 Milliarden Euro, mit einem Multiplikator von 1,93.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Wesentliche Voraussetzungen für ein zukunftsorientiertes Stromnetz

Zu den geplanten Projekten im Rahmen des Netzentwicklungsplans gehört unter anderem der Ausbau im Zentralraum Oberösterreich zur Unterstützung einer klimaneutralen Stahlproduktion, die Anbindung an den europäischen Strommarkt durch eine Deutschlandleitung sowie Cluster im Osten Österreichs zur Einbindung erneuerbarer Energien. Das größte Projekt ist der Ausbau der 380-kV-Leitung in Kärnten, dessen Detailplanung bereits in vollem Gange ist.

Schlüsselrolle des EABG

Die schnelle Umsetzung dieser Strominfrastrukturprojekte ist entscheidend, und das EABG wird als Schlüssel hierfür betrachtet. Es wird jedoch eine Zweidrittelmehrheit im Nationalrat benötigt, damit das Gesetz zur Anwendung kommen kann. In diesem Kontext appelliert die APG an alle Parteien, eine gemeinsame Verantwortung für den Netzausbau zu übernehmen.

In bestimmten Situationen, wie etwa Stürmen oder bei optimalen Wetterbedingungen, kann es vorkommen, dass die vorhandenen Netzkapazitäten nicht ausreichen, um den produzierten Strom zu transportieren. In solchen Fällen setzen Netzbetreiber auf das Einspeisemanagement (EisMan), um Netzengpässe zu vermeiden und die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, wie Netzentwicklungsplan erläutert. Hierbei können Maßnahmen wie das temporäre Drosseln von Windkraftanlagen oder das Ausschalten von Wechselrichtern bei Solaranlagen ergriffen werden. Einspeisemanagement wird grundsätzlich nur als letzte Option angewendet, um Engpassvermeidung zu sichern.