Am 23. Februar 2026 wurde das neue Zentrallabor der Klinik Favoriten in Wien offiziell in Betrieb genommen. Dieses hochmoderne Labor ist Teil des umfangreichen Modernisierungsprogramms des Wiener Gesundheitsverbunds und sorgt für eine signifikante Verbesserung der diagnostischen Kapazitäten in der Region. Jährlich sollen hier rund drei Millionen Analysen für etwa 500.000 Patient*innen durchgeführt werden.
Mit über 370 modernen Geräten ausgestattet, ist das Labor in der Lage, umfassende labormedizinische Diagnostik anzubieten. Besonders hervorzuheben ist die Schlüsselrolle des Labors in der Arbeit mit infektiösen Proben, was während der COVID-Pandemie essentiell war. Hierbei wurde auch ein neuartiger Lutschertest speziell für Kinder entwickelt, um die Diagnostik zu erleichtern.
Technologische Innovationen und Automatisierung
Die Laborstraße, die 45 Meter lang ist und vollautomatisiert funktioniert, transportiert Proben mittels Rohrpost zu den Analysegeräten. Diese einzigartige Automatisierung kommt in Wiener Spitälern bislang nur in dieser Form vor. Die direkte Verbindung zur Pathologie ermöglicht zudem Synergien in der Hämato-Onkologie, was zu einer insgesamt verbesserten Patientenversorgung führt.
Das Neubauprojekt umfasst etwa 2000 m² Nutzfläche, verteilt auf vier Geschosse. Die optimierte Bauweise verbessert die Energieeffizienz des Gebäudes, während großzügige Fensterflächen und eine clevere Raumaufteilung ein modernes Arbeitsumfeld für die Mitarbeiter*innen schaffen. Diese waren aktiv in den Planungsprozess eingebunden, was zu einem funktionalen und angenehmen Arbeitsklima beiträgt.
Digitale Trends in der Labormedizin
Die Digitalisierung im Gesundheitswesen übersteigt die oft beschränkte Sichtweise von Online-Anmeldungen und Informationssuche. Wie in einem Labor in der Wagramer Straße, wo täglich über 400 Blutproben analysiert werden, zeigt sich die Notwendigkeit von vollautomatisierten Systemen zur Durchführung von Tests und zur Generierung von Ergebnissen. Georg Greiner, Leiter eines medizinisch-diagnostischen Labors, erklärte die Technologie als „Goldstandard“.
Angesichts des Kostendrucks durch die steigende Nachfrage in der Labormedizin setzen viele Einrichtungen wie das in der Wagramer Straße auf fortgeschrittene Automatisierung. GPS-gesteuerte Fahrzeuge holen Blutproben aus ganz Ostösterreich ab und tragen zur Effizienzsteigerung bei. Ein neues, größeres Labor wird in der Wagramer Straße gebaut, um diese Prozesse weiter zu optimieren.
Innovationen im Gesundheitswesen sind unerlässlich, um mit dem demografischen Wandel und dem Fachkräftemangel umzugehen. Start-ups wie Haelsi und HerzensApp arbeiten aktiv daran, die Interaktion zwischen Patienten, Pflegekräften und anderen Stakeholdern zu verbessern und die Qualität der Dokumentation durch KI zu optimieren.
Insgesamt stellt das neue Zentrallabor in der Klinik Favoriten nicht nur einen Fortschritt in der medizinischen Diagnostik dar, sondern ist auch ein Zeichen für die fortschrittlichen Entwicklungen im Gesundheitssektor in Wien und darüber hinaus. Die Integration moderner Technologien und die Automatisierung von Prozessen werden zunehmend zur Normalität, um den Herausforderungen der Zukunft begegnen zu können.